Bergführer erinnert sich

"Jannik war ein sehr vorsichtiger Skifahrer"

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Jannik Inselkammer (hinten) mit seiner Skigruppe im Vorjahr. Vorn in der Mitte: Michael Lentrodt

München - Es ist der Tag des Abschieds. Am Samstag um 11 Uhr findet in der Michaelskirche in der Neuhauser Straße die Trauerfeier für Augustiner-Chef Jannik ­Inselkammer (†45) statt.

Der angesehene Unternehmer war am Montag beim Heli-Skiing in der kanadischen Provinz British Columbia bei einem Lawinenunglück verstorben. Ein unvorhersehbarer Unfall: Inselkammer war alles andere als ein Draufgänger. Im Gegenteil: ein besonnener und verantwortungsbewusster Skifahrer. Warum ihm trotzdem solch ein Unglück geschehen konnte und wie man Gefahren im Schnee einschätzen kann: Darüber haben wir mit Michael Lentrodt (50), dem Präsidenten des Verbandes Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS), gesprochen. Er war im vergangenen Winter selbst eine Woche zusammen mit Inselkammer beim Heli-Skiing in Kanada: Dort hat er ihn als vorsichtigen Wintersportler und feinen Menschen kennengelernt.

Es ist nur ein Satz, aber er sagt alles. „So ein feiner Kerl!“ Mit diesen Worten spricht Michael Lentrodt über Jannik Inselkammer. Der Ski- und Bergführer, der in Wolfratshausen lebt, sagt: „Ich kann nicht behaupten, dass ich Jannik Inselkammer gut kannte. Als ich im vergangenen Winter mit ihm zusammen eine Woche lang Ski gefahren bin, habe ich ihn allerdings genau so erlebt, wie er jetzt in den Medien beschrieben wird: bodenständig und geerdet.“

Trauer um Jannik Inselkammer

Trauer um Jannik Inselkammer

Lentrodt war zusammen mit seinem Sohn zum Skifahren nach Kanada geflogen, Inselkammer war zusammen mit Freunden da. Sie wohnten in der Bobbie-Burns-Lodge – ungefähr 50 Kilometer entfernt von der Stadt Revelstoke, also nicht weit entfernt vom jetzigen Unfallort. Lentrodt und Inselkammer wurden in die gleiche Hubschrauber-Gruppe eingeteilt. Lentrodt: „Wir waren tagsüber beim Skifahren und sind abends beieinandergesessen, haben gegessen, geratscht und gescherzt. Ganz leger, in Pullover und Jogginghose.“ Der wohlhabende Jannik Inselkammer: einfach nur ein freundlicher Skifahrer: „Man hat ihm seinen Reichtum nicht angesehen. Es gibt ja Leute, die Wert darauf legen, dass man merkt, dass man es mit einer wichtigen Person zu tun hat. Ich habe Jannik Inselkammer ganz anders erlebt – er war einfach ein ganz normaler Mensch.“

Und er war ein erfahrener Wintersportler. Lentrodt sagt: „In den Bergen lernt man, Gefahren zu erkennen, zu verzichten und sich souverän zu bewegen. Jannik Inselkammer war wirklich ein Musterbeispiel für diese Eigenschaften – umso schlimmer, dass er das Opfer eines unvorhersehbaren Unglücks geworden ist.“

Uli Heichele

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