Bericht: „Ehrenmord“-Opfer erstattete Anzeige

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Polizisten vor der Wohnanlage, in der die 24-Jährige erstochen wurde.

München - Der „Ehrenmord“ in Obersendling hat offenbar eine tragische Vorgeschichte: Laut eines Medienberichts hatte die 24-jährige Afghanin den späteren Täter bereits im Januar bei der Polizei angezeigt.

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Ermittlungen dauern an

Der sogenannte Ehrenmord von München hat nach Informationen der “Frankfurter Rundschau“ eine tragische Vorgeschichte: Das Opfer, eine 24-jährige Afghanin, hatte Anfang Januar bereits einmal Anzeige wegen Körperverletzung gegen den späteren Täter, einen 27-jährigen Landsmann, erstattet. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München der FR sagte, zog die junge Frau die Anzeige zwei Wochen später zurück, weil sie sich mit dem Mann ausgesöhnt habe. Die Staatsanwaltschaft hätte die Ermittlungen dennoch fortführen können, stellte sie aber ein. Die Verletzungen seien “zu geringfügig“ und deshalb “kein besonderes öffentliches Interesse“ gegeben gewesen, begründete der Sprecher dies jetzt.

Die 24-Jährige war Anfang der Woche von dem 27-Jährigen erstochen worden. Er warf ihr vor, sie mit einem anderen Mann zu betrügen, und rechtfertigte seine Tat mit dem Koran. Der arbeitslose Lackierer war erst im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommen, seine Frau soll bereits einige Jahre länger hier gelebt haben. Beide haben eine gemeinsame Tochter. Die Dreijährige habe die Bluttat mit ansehen müssen. Auch eine Nichte des Opfers sei Augenzeugin, weil die Attacke vor ihrer Wohnung passierte.

Ein Sprecher der Münchner Polizei sagte der FR, die Polizei sei im vergangenen halben Jahr mehrfach in das Wohnhaus des Opfers gerufen worden. Dort wohnen auch zahlreiche ihrer Verwandten. “Der Clan hat uns öfter beschäftigt“, zietiert das Blatt den Polizeisprecher.

dpa

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