Todesdrama um Münchner Professor

Schlimmer Verdacht gegen den Gondoliere

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Der in einen tödlichen Unfall in Venedig verwickelte Gondoliere hatte einem Zeitungsbericht zufolge Drogen genommen.

Venedig - Schlimmer Verdacht: Der in einen tödlichen Unfall in Venedig verwickelte Gondoliere hatte einem Zeitungsbericht zufolge Drogen genommen. Ein Münchner Professor war dabei gestorben.

Der Münchner Juraprofessor Joachim V. (50) stirbt nahe der Rialtobrücke in Venedig, weil ein Wassertaxi die Gondel rammt, in der er zusammen mit seiner Frau (42) und seinen drei Kindern sitzt. „Gegen Gondoliere Stefano P. gibt es keine Vorwürfe“, berichtet die tz am Donnerstag. Heute muss es allerdings heißen, „… gab es keine Vorwürfe“. Denn: Nach der Untersuchung von Blut- und Urinproben des 25-Jährigen steht fest, dass er zum Unfallzeitpunkt unter dem Einfluss von Haschisch und Kokain stand.

Die Drogen, so berichtet es die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Freitag unter Berufung auf die Polizei, habe er „wahrscheinlich in der Nacht oder am frühen Morgen vor dem Unfall genommen“. In welchem Umfang, wurde jedoch bislang nicht bekannt. Direkt nach dem Unglück richteten sich die Ermittlungen nur gegen Manuele V., der das an dem schrecklichen Unfall beteiligte Wassertaxi gefahren hatte. Nach Auswertung von Aufnahmen einer Überwachungskamera gerieten zwei weitere sogenannte Vaporetto-Fahrer ins Visier der Ermittler, weil sie Venerando möglicherweise erst zu einem Ausweichmanöver gezwungen hatten, das letztlich zu dem tödlichen Crash führte.

Mit Stefano P. sind es nun also vier Personen, gegen die die Venezianische Polizei ermittelt. Italienische Medien berichten aber, dass die Auswertung der Videoaufnahmen kein Fehlverhalten des 25-Jährigen zum Vorschein gebracht hätten. Nicola F. als Präsident der venezianischen Gondolieri-Vereinigung zeigte sich stocksauer, als er von den Drogenvorwürfen gegen Pizzagia hörte. Er hege in dieser Sache „größtes Missfallen“, sagte er im Gespräch mit italienischen Zeitungen.

Bei den Gondolieri in der Lagunenstadt werden seit geraumer Zeit stichprobenartig Alkohol- und Drogentests gemacht – nicht zuletzt deshalb, weil sich die Klagen von Touristen über das Benehmen der Gondelführer zuletzt gehäuft hatten.

Seit Freitag steht im Übrigen fest, dass Professor V. am kommenden Freitag, 30. August, in seiner Heimatstadt Tübingen beigesetzt wird. Etwa 20 Gondolieri wollen zur Trauerfeier aus Venedig anreisen. Dass Stefano P. unter ihnen sein wird, ist nach den neuesten Erkenntnissen eher unwahrscheinlich.

mdu/dac

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