Frank W. kassiert weiter Bezüge

Berufung! Prügel-Polizist will neuen Prozess

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Frank W. will sich wohl ein weiteres Mal dem Blitzlichtgewitter aussetzen. Kleines Foto: Opfer Teresa Z.

München - Der Prügel-Polizist von der Au hat nach tz-Informationen in letzter Sekunde Berufung eingelegt. Unterdessen kassiert der 33-Jährige weiter seine Bezüge.

Zehn Monate Haft auf Bewährung wegen Körperverletzung im Amt – dieses Urteil will der Prügel-Polizist von der Au nicht einfach so hinnehmen! Nach tz-Informationen hat Frank W. (33) in letzter Sekunde Berufung eingelegt. Er will den Prozess vor dem Landgericht noch einmal neu aufrollen lassen!

Damit geht das Verfahren um den Faustschlag gegen Teresa Z. (23) in die Verlängerung! „Er hat kurz vor Ablauf der Frist Rechtsmittel eingelegt“, bestätigt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch. Die Anklagebehörde hätte in der Sache nichts weiter unternommen – schließlich schloss sich Amtsrichter Josef Bonkamp am Dienstag vorvergangener Woche exakt der Forderung der Staatsanwältin an. Doch Frank W. pocht offenbar weiter auf die Notwehrsituation, die angeblich zu dem Faustschlag in einer Zelle der Polizeiinspektion 21 (Au) geführt habe. „Die Verletzungen tun mir leid – meine Handlung nicht“, sagte er vor Gericht. Seiner Darstellung zufolge habe die auf der Pritsche fixierte Teresa zu einem Kopfstoß angesetzt. Ein Gutachten hatte diese Version allerdings eindeutig widerlegt. Auch der Richter sprach Klartext: „Notwehr lag nicht vor. Sie waren sauer und haben zugeschlagen, weil Sie angespuckt wurden.“

Immerhin hatte sich die Polizeiführung mit dem Urteil bereits abgefunden. Denn der neue Präsident Hubertus An­drä entschuldigte sich in einem persönlichen Brief an Teresa Z. unter anderem mit den Worten: „Die Vorgehensweise des Beamten war nicht rechtmäßig.“

Frank W. hofft wohl trotzdem auf einen Freispruch und strengt einen neuen Prozess an. Bis zum Abschluss des Verfahrens bleibt der Polizeiobermeister zwar weiterhin suspendiert, er kassiert aber auch seine Bezüge. Erst wenn das Urteil rechtskräftig wird, geht das Disziplinarverfahren in die entscheidende Phase. Das Maß reicht dann von einem Verweis über eine Gehaltsminderung bis hin zur Entlassung aus dem Polizeidienst. Frank W.s Verteidiger wollte sich auf tz-Anfrage nicht äußern.

ARB/JAM

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