Beschwerdestelle legt Bericht vor

Noch mehr Pflege-Ärger

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Die Zahl der Pflege-Beschwerden steigt in der Stadt

München - Zum ersten Mal seit Jahren steigen die Fälle der Beschwerdestelle wieder deutlich an. 2011 waren es 159 Beschwerden, 2012 schon 185.

Immer wieder neue Pfleger: Frau A. ärgert sich, dass ihr Mann im Heim nicht wie gewünscht versorgt wird. Selbst als er in die Klinik muss, wird sie zu spät informiert! Frau A. schaltet die Beschwerdestelle der Stadt ein: Wie sich herausstellt, hat die erste Pflegekraft die Frau nicht erreicht und beim Schichtwechsel wurde einfach vergessen, dass Frau A. noch dringend benachrichtigt werden muss …

Ein typischer Fall für die Beschwerdestelle für Probleme in der Altenpflege – und ein immer häufigerer: Erstmals seit Jahren steigt die Zahl der gemeldeten Fälle wieder deutlich an. 2011 gab es 159 Beschwerden, 2012 waren es dann 185. Die Zahl der registrierten Probleme kletterte im gleichen Zeitraum von 748 auf 820. Die Beschwerdestelle bestätigt die Heimaufsicht, die ebenfalls immer mehr Mängel meldet (tz berichtete). Beide Berichte werden am Donnerstag im Rathaus vorgestellt.

Beim Personal schlagen die Experten Alarm. Das sei auch der wichtigste Grund für den Anstieg der Problemfälle. „Das Problem spitzt sich zu, in diesem Bereich besteht Handlungsbedarf“, heißt es in dem Bericht. Pfleger verzweifelt gesucht!

Anders als bei der Heimaufsicht landet bei der Beschwerdestelle auch der Ärger über ambulante Pflegedienste und Betreutes Wohnen. Trotzdem berichten die meisten Betroffenen und Angehörigen über schlechte Pflege in Heimen: Mehr als die Hälfte aller Beschwerden beziehen sich darauf. 2011 waren 33, 2012 schon 41 der rund 60 Seniorenheime in München betroffen.

Das größte Problem liegt aus Sicht der Betroffenen in der Kommunikation: Wünsche (zum Beispiel beim Essen) werden nicht berücksichtigt, Zusagen nicht eingehalten, manchmal hapert es auch beim Tonfall. In den Heimen steht an zweiter Stelle die mangelhafte Grundpflege. Bei ambulanten Diensten folgen Probleme mit der Abrechnung – die Belege sind nicht zu verstehen, die Kosten steigen plötzlich und erscheinen zu hoch. Fast alle Betroffenen haben sich zunächst selbst um eine Klärung bemüht und scheiterten. Die Beschwerdestelle erarbeitete pro Jahr 370 Lösungsvorschläge. Nur in Einzelfällen seien diese gescheitert.

David Costanzo

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