Thaibox-Weltmeister Kabashi prügelt Kellner ins Krankenhaus

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Im Ring ist Besim Kabashi (l.) ein Star

München - Thaibox-Weltmeister Besim Kabashi führt vor Gericht einen Kampf, den er kaum gewinnen kann. Er ist angeklagt, weil er auf der Wiesn einen Kellner krankenhausreif geprügelt hatte!

Wenn Besim Kabashi zuschlägt und tritt, dann schickt er seine Gegner reihenweise auf die Bretter. Der 35-jährige Münchner ist zweifacher Weltmeister im Thaiboxen – und er hat die meisten seiner Fights durch K.o. gewonnen. Vor Gericht führt er nun allerdings einen Kampf, den er kaum gewinnen kann. Kabashi ist wegen Körperverletzung angeklagt: Am 27. September 2010 hatte der Sport-Star auf der Wiesn einen Kellner krankenhausreif geprügelt!

Kabashi nachdenklich vor Gericht

„Ich hatte zwei Tage vorher einen Kampf gewonnen, das wollten wir feiern“, so der angeklagte Superschwergewichtler. Er und seine Freunde zogen durch die Festzelte und landeten auf der Empore des Augustiner-Zeltes, wo die Tische am Abend für das Kaufhaus Ludwig Beck reserviert waren. Kellner Sebastian A. (29) brachte der Gruppe sechs Maß, sagte aber gleich dazu: „Dann müsst ihr gehen.“
Doch die Gäste wollten bleiben. Kabashi, so Sebastian A., habe aggressiv gefordert: „Du bringst jetzt noch zwei Maß!“ Der Zeuge: „Ich wollte die Security rufen, da bekam ich einen Schlag in den Rücken. Ich habe mich umgedreht, da hat er angefangen, auf mich einzuschlagen.“ Selbst als Sicherheitsleute den Sportler festhielten, trat dieser seinem Opfer noch in Bauch und Unterleib.

Fünf Wachleute mussten Kabashi überwältigen. Die Polizei ließ ihn nach Feststellung der Personalien laufen – ohne Alkoholtest.

Ein Problem, das jetzt auf dem Prozess lastet. „Wir hatten viel getrunken. Ich hatte einen totalen Blackout“, sagt der Angeklagte, der von der eigentlichen Tat angeblich nichts mehr weiß. Er erinnere sich nur noch daran, wie Sicherheitsleute ihn zu Boden rangen. Für Professor Matthias Graw, den Chef des Instituts für Rechtsmedizin, ist diese Aussage allerdings „nicht nachvollziehbar“.

Die brutale Attacke hatte für Sebastian A. schlimme Folgen. Er erlitt eine Risswunde am Auge, zahlreiche Blutergüsse und Prellungen. Dennoch arbeitete er nach einer Versorgung durch Sanitäter zunächst weiter: „Ich wollte meinen Kollegen nicht im Stich lassen.“ Untersuchen ließ er sich erst, als seine Bauchschmerzen unerträglich wurden. Diagnose: Nabelbruch! Er musste operiert werden und war fast zwei Monate krankgeschrieben. Außerdem brauchte er psychologische Hilfe. Der Prozess geht am 9. Dezember weiter. Durch neue Zeugen soll geklärt werden, wie betrunken Kabashi war. Davon kann abhängen, ob er in den Knast muss.

Trainer und Manager Mladen Steko zur tz: „Besim schämt sich sehr, es tut ihm wahnsinnig leid. So etwas ist gar nicht seine Art. Ich kann mir das nur damit erklären, dass er betrunken war.“

Eberhard Unfried

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