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Der besondere „Ironman“: Sein neues Herz lässt ihn rasen!

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Elmar Sprink (46)zeigt, wie kraftvoll er mit seinem neuen Herz ist © Oliver Bodmer

Was mache ich, wenn neben mir in der U-Bahn jemand umkippt? Was tun bei einem plötzlichen Druck auf der Brust? Beim Erlebnistag Gesunde Herzen für München gab es kompetente Antworten - und einen besonderen Extrem-Sportler.

Beim Erlebnistag Gesunde Herzen für München, der anlässlich des Herz-Kongresses am Samstag auf dem Odeonsplatz stattfand, standen Mediziner, Wissenschaftler und Sportler den Besuchern Rede und Antwort – so wie Elmar Sprink, der Ironman mit Spenderherz! Ein Ausnahmesportler, der Mut macht – und die Besucher animierte, selbst aktiv zu werden: Bei einem Parcours konnte man sein Wissen in Sachen Erste Hilfe auffrischen und seine Körperwerte messen.

Wäre sein Nachbar nicht gewesen, wäre Elmar Sprink heute nicht mehr am Leben. Im Juli 2010 erleidet der Extremsportler auf seiner Couch einen plötzlichen Herzstillstand – mit 38 Jahren! Sein Nachbar, ein Arzt, rettet ihm das Leben. Ein langer Leidensweg beginnt, denn zunächst weiß niemand, was ihm eigentlich fehlt. Nur, dass sein Herz immer schwächer und schwächer wird...

„Am Schluss war ich alleine nicht mehr lebensfähig. Ich war ans Bett gefesselt und hing monatelang an einer Herz-Lungen-Maschine“, sagt der 46-Jährige heute. In seinem Buch Herzrasen 2.0: Mit Spenderherz zum Ironman (Delius Klasing) erzählt er seine bewegende Geschichte. Sieben Monate lang steht er auf der Hochdringlichkeitsliste für Herztransplantationen, bis es 2012 endlich ein Spenderorgan für ihn gibt. Danach muss er alles neu lernen – sitzen, stehen, gehen. Doch Sprink ist ein Kämpfer: Nach und nach erwacht sein Wunsch, wieder Sport zu treiben. Er beginnt mit kleinen Laufstrecken. Allen Widersprüchen zum Trotz geht er 2014 nach Hawaii – und schafft den Ironman!

Seitdem hat Elmar Sprink vier Rennen absolviert und insgesamt 30 Marathons, etwa die Hälfte mit eigenem und die Hälfte mit neuem Herz. An den Spender denkt er häufig: „Ich weiß zwar nichts über ihn, aber jedes Mal, wenn ich irgendwo ins Ziel laufe, denke ich an ihn und bin ihm unendlich dankbar für diese zweite Chance.“ Die Anzahl der Organspender ist bei uns seit Jahren rückläufig. „Wir haben dreimal so viele Leute auf der Warteliste“, sagt der Herzchirurg Hermann Reichenspurner. Sprinks Appell: „Jeder sollte mittels Organspendeausweis eine Entscheidung treffen, ob er spenden möchte oder nicht. Hätte es meinen Spender nicht gegeben, könnte mich meine Familie heute auf dem Friedhof besuchen,“ sagt der Sportler. Aber zum Glück kam ja alles ganz anders.

Judith Kohnle

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© Oliver Bodmer

Jedes Jahr zur Kontrolle

Vor fünf Jahren habe ich einen Stent bekommen – Gefäßverengung. Die hat man nur entdeckt, weil ich jedes Jahr zur Kontrolle gehe. Jetzt kriege ich Blutverdünner. Eben habe ich einen Blutzuckertest gemacht und den Blutdruck messen lassen. Zum Glück ist alles im Normalbereich.

Hans Kopp (68), Rentner

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© Oliver Bodmer

Werte normal

Ich habe in meinem Bekannten- und Familienkreis auch einige Leute, die bereits einen Infarkt hatten. Daher interessiert mich besonders, wie ich vorbeugen kann. Der Körpertest sieht bei mir eigentlich ganz gut aus, alle Werte sind normal, nur mein Cholesterin ist etwas hoch.

Karin G. (48), Sachbearbeiterin

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© Oliver Bodmer

Sehr verständlich und gut erklärt

Mich interessiert das Thema sehr, da ich im vierten Semester Medizin studiere. Ich habe mir schon das Herzmodell angeschaut und die Demonstration mit den Virtual-Reality-Brillen. Ich finde, dass alles gut und verständlich erklärt ist.

Erik Böhm (20), Student

Er hat es nicht geschafft. Nach einem langen Kampf ist der siebenjährige Rene in der Silvesternacht gestorben. Seine Familie hatte vergeblich auf ein Spenderherz gehofft.

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