“Dreister Schwindler“: Sieben Jahre Haft für Wiederholungstäter

München - Ein 58-Jähriger saß noch im Gefängnis - und drehte die nächsten krummen Dinger. Ein Schaden in Millionrenhöhe war geplant, der Betrüger scheiterte an seiner Unfähigkeit.

Ein “besonders dreister Schwindler“ ist vom Münchner Landgericht nach mehrtägigem Prozess wegen Betrugs in dutzenden Fällen zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Zu Ungunsten des 58-Jährigen habe sich auswirken müssen, dass er wiederholt einschlägig vorbestraft sei und bei seiner jüngsten Betrugsserie die selbe Masche angewendet habe wie früher, sagte die Vorsitzende am Donnerstag.

Der Elektromechaniker hatte mit seinen neuen Schwindeleien schon während seiner letzten Strafverbüßung begonnen. Nach seiner Entlassung 2008 hat er bis zu seiner neuerlichen Festnahme im Februar 2010 unter Täuschung der Eigentümer unter anderem Häuser und Autos gekauft; die Bezahlung blieb er schuldig geblieben. Auch Dienstleistungen, darunter eine Schönheitsoperation, nahm er zum Nulltarif in Anspruch. Mit der Gründung von Scheinfirmen versuchte sich der Angeklagte einen seriösen Anstrich zu geben.

Bei seinen größten Coups - dem Kauf von Immobilien und Luxusautos - kam es mangels Bezahlung nicht zur endgültigen Übereignung, der 58-Jährige erfreute sich aber immerhin vorübergehend des Besitzes. Die Geschäfte wurden rückabgewickelt, was laut Urteil einen hohen “Kollateralschaden“ durch fällige Notar- und Maklergebühren verursachte. Den effektiven Schaden bezifferte das Gericht auf rund 260 000 Euro, beabsichtigt sei ein Millionenschaden gewesen. Der Angeklagte hat einen Teil der Betrügereien gestanden und den Prozess dadurch “erheblich verkürzt“. Das wirkte sich zu seinen Gunsten aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

dpa

Rubriklistenbild: © AP

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