Betrüger gaukelt Frau Liebesbeziehung vor

München - Auf gemeine Weise hat sich ein Betrüger Geld bei einer Münchnerin (54) ergaunert: Erst brachte er sie dazu, sich in ihn zu verlieben - und dann um ihre Ersparnisse. 

Eine 54-jährige Münchnerin kam Anfang März 2012 über ein soziales Netzwerk mit einem angeblichen US-Amerikaner, der sich als Steven vorstellte, in Kontakt. Es entwickelte sich eine Internetbekanntschaft, die dazu führte, dass sich die Frau zunächst in die von „Steven“ übersandten Fotos, untermauert durch schmeichelnde und gefühlvolle Texte, „verliebte“.

Dann verlagerte sich die Kommunikation zwischen den Beiden vom bloßen E-Mail-Austausch aufs Telefon (Skype), die Münchnerin verliebte sich immer mehr. Schließlich meldete sich der Täter am Handy der Frau und berichtete zunächst von Problemen beim Begleichen einer Hotelrechung über 500 Euro.

In weiteren Gesprächen gab er dann vor, dass er für die Verschiffung von Waren von China nach Argentinien dringend leihweise Geld benötige. Damit könne er ein Geschäft zum Abschluss bringen, der Frau versprach er für ihr Entgegenkommen Geld aus dem Geschäftserlös. Er würde ihr das Geld auf ihr Konto transferieren, wofür allerdings weitere Gebühren anfallen würden.

Die 54-Jährige glaubte den Ausführungen ihres Bekannten und überwies nach dessen Anweisungen nach und nach insgesamt 21.000 Euro per Western Union. Ein vom Täter angeblich geplanter Flug nach München scheiterte seinen Angaben zu Folge daran, dass er am Flughafen in Hongkong aus dem Verkehr gezogen wurde, nachdem wegen des Geldtransfers noch keine Steuer bezahlt wurde. In diesem Zusammenhang wurde per E-Mail aus China weitere Zahlungen über 15.000 Euro gefordert, die die Münchnerin aufgrund ihrer zwischenzeitlich desolaten finanziellen Situation nicht mehr aufbringen konnte. Zudem wurde die Frau misstrauisch, nachdem die ursprüngliche Forderung nach und nach reduziert wurde. Schließlich holte sie sich bei einem Rechtsanwalt Rat und erstattete dann Anzeige bei der Polizei.

Am 23.07.2012 meldete sich dann „Steven“ erneut telefonisch bei der Münchnerin und gab an, dringend 20.000 Euro zur Begleichung von Strafzöllen zu benötigen. Er säße abermals in Hongkong fest. Die Geschädigte ging zum Schein auf das Ansinnen des Täters ein, bestand aber diesmal auf einer persönlichen Übergabe. In einem weiteren Telefongespräch kündigte Steven dann einen guten Bekannten aus Berlin an, der das Geld bei der Frau zu Hause abholen werde.

Tatsächlich rief bei der Geschädigten ein Mann an, wobei ein Treffen am gleichen Tag um 20 Uhr vereinbart wurde, das durch den Bekannten, weil angeblich im Stau stehend, immer wieder verschoben wurde. Gegen 22 Uhr suchte dann tatsächlich ein Deutscher, nigerianischer Abstammung, das Anwesen der Dame in Neuhausen auf, wo er von Zivilbeamten der Polizeiinspektion 42 (Neuhausen) festgenommen werden konnte. Er wurde am Dienstag, 24.07.2012 dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. In diesem Fall sind weitere umfangreiche Ermittlungen durch die Kriminalpolizei erforderlich.

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
S-Bahn: Feuerwehreinsatz auf der Linie der S1
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare