Frau eines Malermeisters betrogen

Betrüger-Oma (75) zockt 265.000 Euro ab

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Roswitha K.: Wo ist ihre Beute?

München - Vor Gericht wirkt Roswitha K. (75) wie ein betagtes Mütterchen, die kein Wässerchen trüben kann. Doch sie hat es faustdick hinter den Ohren: Sie hat 265.000 Euro erbeutet.

Über Jahre hinweg hat sie es geschafft, der Ehefrau eines Malermeisters im Werdenfelser Land 265 000 Euro abzuluchsen. Sie werde das Geld mit 15 Prozent Zinsen anlegen, versprach die Gaunerin.

Dass dies alles erstunken und erlogen war, merkte Opfer Barbara S. (61) viel zu spät – als sie um ihr Vermögen gebracht worden war. Immer wieder habe sie sich mit Versprechungen hinhalten lassen, berichtete sie am Donnerstag als Zeugin vor dem Landgericht München II: „Ich habe immer die große Hoffnung gehabt, sie macht ihren Safe in der Schweiz auf und bringt mir das Geld rüber.“

Diese Hoffnung kann das Opfer wohl begraben. Denn die Angeklagte behauptet, selbst betrogen worden zu sein. Ein gewisser „Ossi“, angeblich der Bekannte eines ihr bekannten Polizisten aus Garmisch-Partenkirchen, habe ihr versprochen, das Geld in Gold anzulegen. Ja, er habe in ihrer Wohnung in Farchant sogar mal einen ganzen Koffer voller Gold deponiert, es aber wieder abgeholt. Was weiß sie über Ossi? Auf die Frage der Richter sagt sie: „Ich weiß nicht, wo er wohnt und wie er richtig heißt.“ Wahrscheinlich eine Lüge von vielen. Roswitha K. ist nämlich einschlägig vorbestraft: Sie saß bereits vier Jahre wegen Betrugs im Knast!

Die Staatsanwaltschaft konnte bisher weder den ominösen Ossi ermitteln, noch den Verbleib des Geldes. Angeklagt sind nur 132 800 Euro, der Rest ist schon verjährt. Die 75-Jährige ist angeblich arm wie eine Kirchenmaus und erhält Sozialrente. Der Prozess geht weiter.

E. Unfried

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