Roland M. gibt alles zu

Betrug! Künstler muss in den Knast

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Das Landgericht verurteilte Roland M. (53) wegen Betrugs zu vier Jahren und neun Monaten Haft.

München - Wegen Urkundenfälschung und schweren Betrugs stand ein Künstler vor Gericht. Das Urteil fiel schon am ersten Prozesstag.

Im Internet firmiert er als Maler, Bildhauer und Schriftsteller. Kunstaktionen im öffentlichen Raum: Das war die große Leidenschaft von Roland M. (53) – mit Stacheldraht stellte er moderne Bürger dar. Seit 2008 schlug er aber noch eine andere Laufbahn ein: M. betrog große Banken in vier Metropolen! Wegen Urkundenfälschung und schweren Betrugs stand er am Donnerstag vor Gericht.

Die Münchner Commerzbank nahm sich Roland M. am 1. Juli 2008 vor: Dort reichte er einen gefälschten Scheck über 450 000 Euro ein, den ihm sein Komplize ausgestellt hatte. Das Geld floss direkt auf das Konto seiner Immobilienfirma – allerdings war der Scheck nicht gedeckt. Bevor die Bank das bemerkte, hob M.s Komplize innerhalb von drei Tagen zwölf Mal Geld ab – insgesamt rund 40 000 Euro ab. Laut Anklage entstand der Bank ein Schaden von insgesamt 557 610,22 Euro. Ähnlich ging das Betrüger-Duo auch in Berlin, Hannover und Bratislawa vor – auch dort prellte sie Banken um vergleichbare Summen.

Mit weiß-wallendem Haar und ganz schwarz gekleidet saß Roland M. am Donnerstag auf der Anklagebank – und gab alles zu. „Es ist alles länger her, aber die Vorwürfe gegen mich stimmen“, sagte er. Und begründete: „Mein Spezl sollte Geschäftsführer werden, weil er hohe Schulden hatte. Er war für die Kapitalanlage zuständig. Ich habe das Unternehmen gegründet und die Schecks eingereicht.“

Schon am ersten Prozesstag fiel am Donnerstag das Urteil gegen Roland M.: Richter Thomas Hense verurteilte ihn zu vier Jahren und neun Monaten. Knast!

Offen blieb in dem Verfahren, warum der Scheckbetrug so leicht gelang – und zwar mehrfach. Ein Ermittler: „Darüber haben wir uns auch gewundert.“

Andreas Thieme

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