Müller-Wohlfahrts Auftritt vor Gericht

Betrugsfall: Jetzt sagte der Bayern-Doc aus

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Gab sich als Finanz-Experte aus: Karlheinz I. Kleines Foto: Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf dem Weg in den Gerichtssaal.

München - Die Frau Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt ist in die Fänge gerissener Betrüger geraten, der Prozess läuft. Am Montag sagte der FC-Bayern-Mannschaftsarzt vor Gericht aus.

Sein Kopf glüht, er schwitzt und hievt sich träge auf die Anklagebank, der Bauch beult den schlabberigen Gammel-Pulli aus: Würde man einem Typen wie Karlheinz I. (64) mehr als halbe Million Euro anvertrauen – seine Altersvorsorge? Sieht so ein Finanz-Profi aus?

„Er war einmal bei uns zuhause und sprach ohne Punkt und Komma von tollen Renditen. Seine ganze Erscheinung gefiel mir nicht, ich war misstrauisch und wollte nichts weiter mit ihm zu tun haben. Das habe ich meiner Frau auch so mitgeteilt“, sagt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt (71). Am Montag musste der berühmte Mannschaftsarzt des FC Bayern im Betrugsfall um seine Frau Karin vor Gericht aussagen – sie hatte Karlheinz I. rund 620 000 Euro zur Geld-Anlage gegeben. „Ich wusste nicht, dass sie weiter mit ihm Geschäfte macht. Sie war wohl weniger kritisch und überzeugt von seinen Finanzstrategien. In Details war ich nicht eingeweiht. Erst als die Katastrophe da war, hat sie sich mir anvertraut.“ Denn: 570 000 Euro sind futsch, unwiederbringlich versickert in dubiosen Finanzgeschäften und abenteuerlichen Geschichten der insgesamt vier Angeklagten.

Zehn Minuten dauert der Auftritt von Müller-Wohlfahrt. Er ist das Gegenteil von Karlheinz I. – sportlich, gepflegt, ewig jung. Seltsam aber, dass seine Gattin solche Summen bewegt – ohne dass er etwas weiß. Sogar in Rom war seine Frau Karin mit dem Angeklagten. „Sie hat scheinbar an das Modell geglaubt“, resümiert Verteidiger Dieter Breymann.

Montag Vormittag musste auch die Beklagte selbst aussagen – rund zwei Stunden lang, nachdem sie vorige Woche trotz Ladung lieber in Nepal Urlaub machte. Richter Peter Noll beließ es bei einer scharfen Ermahnung und sah von einem Ordnungsgeld ab, das möglich gewesen wäre. In dem Betrugsfall bestätigte Karin Müller-Wohlfahrt im wesentlichen die Anklage – die wirft dem vermeintlichen Finanz-Coach Betrug in großem Stil vor. „Wir hoffen auf Bewährung“, sagt Dieter Breymann. Der Prozess dauert an.

Andreas Thieme

 

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