Betrunkener rammt Ampel

53 Stunden Chaos wegen zwei Promille

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Wegen einer umgefahrenen Ampel gab es an drei Tagen Verkehrsprobleme.

München - Montagfrüh 8 Uhr, Berufsverkehr. In der Landsberger Straße: Stau. Auf der Landshuter Allee: alles dicht – bis zurück zum Olympiapark! Schuld ist ein Betrunkener, der eine Ampel gerammt hat.

Rund um die Donnersbergerbrücke herrschte nicht nur gestern ein Riesen-Chaos. Seit Samstagfrüh ging es in diesem Bereich drunter und drüber. 53 Stunden Ärger! Der genaue Grund wurde erst jetzt klar: Ein Verkehrs-Rowdy hatte im Suff eine Ampel umgefahren!

Der 28-jährige Fahrer ohne festen Wohnsitz war laut Münchner Polizei in der Nacht zum Samstag mit über zwei Promille erst in parkende Autos gefahren und einfach weitergefahren. „Gegen 4.45 Uhr dann verlor der Fahrer auf der Landsberger Straße bei der Auffahrt zum Mittleren Ring endgültig die Kontrolle über seinen Audi A3“, sagt Oliver Timper von der Polizei. Die Folge: Er krachte mit voller Wucht in die Ampel an der Kreuzung Landsberger Straße/Donnersbergerbrücke Richtung Süden. „Das Auto erlitt einen Totalschaden und die Ampel wurde schwer beschädigt.“ Der Unfallfahrer erhält nun eine Anzeige wegen Fahrerflucht, außerdem wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Den tausenden Autofahrern, die an diesem Knotenpunkt ewig im Stau standen, hilft das nicht. Denn nur die wenigsten hatten wie die Angermaier-Verkäuferin Susanne Kuhn (49) von der kaputten Ampel im Radio gehört. „Ich habe extra viel Zeit eingeplant, um morgens rechtzeitig das Geschäft aufsperren zu können.“ Etliche aber kamen am Montagfrüh zu spät in die Arbeit. So auch ein Münchner Geschäftsmann. Er ist verärgert: „Wenn die Stadt 53 Stunden braucht, um eine neue Ampel zu montieren dann kann man froh sein, dass die Stadt kein Pizza-Dienst ist. Und wenn die Polizei den Verkehr regelt, muss man offenbar mit solchen Verzögerungen rechnen …“

Die tz hat bei der Stadt nachgefragt: Warum hat die Reparatur über zwei Tage gedauert? Beim Baureferat heißt es: „Wir haben sofort Meldung erstattet. Aber bis der neue Ampel-Mast von einer beauftragten Firma installiert werden konnte, mussten wir den nächsten Werktag abwarten.“

Die Firma sei am Montag pünktlich in der Früh ausgerückt, so dass das Problem um 10.15 Uhr behoben war. Nach 53 Stunden Chaos auf Europas meistbefahrener Brücke – und das alles wegen zwei Promille.

Mit diesen Promis stehen wir gerne im Stau

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NBA/APLI

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