Urteil gegen Steuerberater

Fall Ecclestone: Bewährung für Gribkowsky-Berater

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Steuerberater Gerald T. auf der Anklagebank.

München - Weil die Gier nach Geld zu groß wurde und weil Millionen sie verführten, landeten – zumindest in diesem Fall – gleich drei gestandene Männer auf der Anklagebank.

44 Millionen Dollar hatte Bernie Ecclestone (84) an Banker Gerhard Gribkowsky (56) gezahlt, der die Rennserien-Anteile der Bayern LB so geschickt verkaufte, damit der Brite Chef der Formel 1 blieb. Gribkowsky aber hatte diese Einnahmen nicht ordentlich versteuert – tatkräftig unterstützte ihn dabei auch Steuerberater Prof. Gerald T. (45). Dessen Prozess wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung ging am Mittwoch nun mit einem Schuldspruch zu Ende! Gleichzeitig setzte Richter Noll den Schlusspunkt unter ein ebenso millionenschweres Finanzkapitel.

Zu 8,5 Jahren Haft hatte Noll den Banker Gribkowsky Mitte 2012 verknackt. Ecclestone hatte er im August 2013 laufen lassen und dessen Schmiergeld-Verfahren gegen die Zahlung von 100 Millionen Euro eingestellt. Über beides kann T. nur lächeln: Er muss 180 000 Euro Geldbuße zahlen und kassiert eine Bewährungsstrafe über ein Jahr und sechs Monate. Seine Beihilfe zu Gribkowskys Steuerhinterziehung aus dem Jahr 2006 ist laut Gericht nicht nachweisbar. 2007 habe T. diese zumindest billigend in Kauf genommen. „Dafür gibt es erdrückende Argumente“, sagte Noll. „Die Verträge mit Scheinfirmen haben Sie selbst unterschrieben. Das waren Umstände, die zum Himmel stinken.“ Es sei klar gewesen, dass Gribkowsky sein Geld nicht doppelt versteuert – er hatte Firmengeschäfte von München nach Österreich verlagert. Illegal, wie seit Mittwoch klar ist. Für Steuerberater T. aber ohne harte Konsequenzen!

Andreas Thieme

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