Entscheidung "gerade noch vertretbar"

Bewährung für reumütigen Masskrugschläger

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Reumütig: Marco P. macht jetzt eine Alkohol-Terapie.

München - Marco P. drosch seinen Masskrug auf der Wiesn drei Mal wie von Sinnen auf sein Opfer. Das hatte Glück und verletzte sich nicht dauerhaft. Der Täter bekam jetzt beim Prozess eine vergleichsweise milde Strafe.

Als Marco P. (25) am 4. Oktober in der Polizeizelle aus seinem Rausch erwachte, dämmerte ihm allmählich, dass er am Abend zuvor auf der Wiesn eine furchtbare Tat verübt hatte. Mindestens dreimal donnerte der Elektroniker im Hacker-Festzelt dem Maschinenbauer Mario S. (25) den Maßkrug auf den Schädel! Der Schläger schrammte am Donnerstag vor Gericht gerade noch am Knast vorbei.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gewalttätern hatte sich der Angeklagte sofort darum gekümmert, dass sein Opfer eine Entschädigung erhält. 5000 Euro Kredit nahm er dafür auf. Im Gerichtssaal ging Marco P. auf Mario S. zu, entschuldigte sich für seine Tat. Wie es dazu kam, wissen beide nicht mehr genau, beide hatten über zwei Promille. Das Opfer lag bewusstlos am Boden, am Schädel klafften drei stark blutende Platzwunden, die genäht werden mussten. Mario S. hat riesiges Glück, so Rechtsmediziner Prof. Randolph Penning: „Ein Masskrug kann zu massiven Knochenbrüchen und Hirnquetschungen führen.“

Das Urteil: Zwei Jahre Haft mit Bewährung! Weil der Täter Papa ist und einen festen Job hat, hielt Richterin Sabine Grommes hält die Entscheidung für „gerade noch vertretbar“.

Ebu

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