Blackout auf der Wiesn

Bewährungsstrafe für den Slip-Zerrer vom Winzerer Fähndl

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Dominic S. (23) saß sechs Monate in U-Haft, bevor es zum Prozess kam.

Dominic S. hatte einige Schicksalsschläge zu verkraften. Doch sein Verhalten auf der Wiesn rechtfertigt das nicht. Der Australier wurde im Suff gegen eine Frau sexuell handgreiflich.

München - Das Jahr 2016 hatte es nicht gut gemeint mit Dominic S. (23). Nach monatelangem Einsatz in Afghanistan war der australische Soldat wieder nach Hause gekehrt – da trennte sich seine Freundin von ihm. Kurz darauf brachte sich sein bester Freund um, dann wurde auch noch sein Haus bei einem Hochwasser weggeschwemmt. Eine Reise nach Europa sollte dem gebeutelten Mann neue Lebensfreude bringen: Erst wollte er in München das Oktoberfest besuchen und dann weiter nach Großbritannien reisen. Aber dazu kam es nicht mehr: Am 25. September wurde er auf der Wiesn verhaftet, denn im Suff hatte er einer Frau unter ihr Dirndl gegriffen.

Wegen sexueller Nötigung saß er bereits sechs Monate lang in U-Haft, bevor es endlich zum Prozess kam. „Es tut mir sehr leid“, sagte Dominic S. Er könne sich an nichts erinnern – klassischer Blackout. 1,8 Promille hatte S., als er im Winzerer Fähndl gegen 19.45 Uhr von der Bierbank gestürzt war. Carolin P. (22) sah das und griff ein. Die junge Frau – gerade erst hatte sie ihr Examen als Krankenschwester abgelegt – überprüfte Atem und Herzschlag. „Ich wollte helfen“, sagt sie. Aber Dominic S. nutzte die Gelegenheit, um ihr zwischen die Beine zu greifen. Eine Minute lang dauerte das Gerangel mit der jungen Frau, bei dem er ihren Slip nicht mehr loslassen wollte. „Dabei grinste er mich an“, sagte sie aus. Sicherheitsmänner kamen ihr schließlich zu Hilfe.

Wegen sexueller Nötigung verurteilte Richter Andreas Schätzl den Wiesn-Besucher zu 18 Monaten Haft, die aber zur Bewährung ausgesetzt wurde. S. will nun wieder nach Hause fliegen. 

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Kommentare

PawlowAntwort
(0)(0)

Weil bei ihm ein Haftgrund vorlag (Fluchtgefahr)? und bei den Schlägern die Adressen bekannt waren und keine Verdunkelungsgefahr bestand? Und nicht alle Schläger sind bis zum Prozess auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft weiß schon, wann sie Untersuchungshaft beantragen kann / soll - und wann nicht.

Jean Sack
(1)(0)

"...da trennte sich seine Freundin von ihm. Kurz darauf brachte sich sein
bester Freund um, dann wurde auch noch sein Haus bei einem Hochwasser
weggeschwemmt."

In der Zeitung mit den vier Buchstaben steht, dass außerdem sein Hund überfahren wurde und sein Lieblingsspielzeug runtergefallen war!

Hütteldorf
(0)(0)

Ohne die Tat zu beschönigen , aber warum befinden sich Schläger bis zum Prozess auf freiem Fuss , während der Typ 6 Monate in U- Haft sitzt ?