Auf Wiedersehen, Herr Direktor!

Bewegende Trauerfeier für Ferdinand Schmid

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Augustiner-Mitarbeiter versammeln sich vor dem Sterbe­foto ihres früheren Chefs Ferdinand Schmid

München - In ihrer blauen Werkskluft sind sie aus der Brauerei gekommen, um gemeinsam zu trauern. Mit breiten Schultern und schweren Herzen stehen die Augustiner-Mitarbeiter vor der Pfarrkirche St. Peter am Sterbebild von Ferdinand Schmid (†88).

Chef und Vorbild: Ferdinand Schmid (1925 - 2013)

 „Unser Herr Direktor war ein feiner Mensch“, sagen sie und lächeln mit glasigen Augen. Sie sprechen aus, was München fühlt: Der Tod von Ferdinand Schmid reißt eine Lücke im Wesen der Stadt – er berührt und schmerzt.Für mehr als zwei Stunden unterbrach der Stadtrat gestern seine Vollversammlung, um am Vormittag geschlossen das Requiem im Alten Peter zu besuchen – gemeinsam mit Angehörigen der Familie, zahlreichen Freunden und Weggefährten sowie Verbundenen der Augustiner-Brauerei nahmen sie feierlich Abschied.

Ein Herz aus hundert roten Rosen hat Schmids Schwester Lotte auf der Treppe des Chors neben 14 Kränzen niedergelegt. „In ewiger Verbundenheit“ steht darauf, von oben strahlt die Sonne golden gen Altar – viele Gottesdienst-Besucher weinen leise Tränen, als das Gärtnerplatz-Orchester Werke von Schubert und Bach spielt.

Ehrfürchtig blicken sie auf das prominente Ölgemälde: Dort sitzt Schmid auf einer Holzbank im Wirtshaus, lächelnd mit Kaffee und Zeitung. „Augustiner ist sein Lebenswerk. Seinem Wirken begegnet man in der ganzen Stadt“, sagt OB Christian Ude in seiner Ansprache. Heute ist die Brauerei Kult – weit über München hinaus. „Er war ein großherziger Mensch, konnte mitreißen und motivieren: Aus einfachen Angestellten machte er stolze Augustiner“, beschreibt Prälat Herbert Jung das Wesen Schmids und sagt feierlich: „Wir geben ihn nun in Gottes Hand.“ Auf Wiedersehen, Herr Direktor! „Ich bin mir sicher: Er schaut vom Himmel auf uns herab“, glaubt Andreas Steinfatt, Vorsitzender der Münchner Brauer, „und denkt darüber nach, wie es mit dem Münchner Bier weitergeht.“ Seine letzte Ruhe wird Schmid bei einer Feuerbestattung in Salzburg finden.

A. Thieme

Was Prominente zum Abschied sagen

„Einer der ganz großen Brauerei-Kollegen hat uns verlassen. Er wird für immer unser Ehrenvorsitzender bleiben.“

Andreas Steinfatt

„Er hat die Brauerei geprägt durch seine Menschlichkeit und seine Verlässlichkeit. Ich empfinde Trauer und Hochachtung.“

Jannik Inselkammer 

„Wir trauern um einen großen Münchner. Sein Wirken um Wirtshauskultur und Denkmalpflege sind nicht zu überschätzen.“

OB Christian Ude

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