Jannik Inselkammer

Ein Tod, der München sprachlos macht

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Uli Hoeneß, Markus Söder und Alfons Schuhbeck waren nur ein Teil der prominenten Gäste, die Abschied von Jannick Inselkammer nahmen.

München - Bei einer bewegenden Trauerfeier in der Kirche St. Michael haben Angehörige und Freunde Abschied von Jannik Inselkammer genommen.

Am Ende war die St. Michael-Kirche in der Münchner Fußgängerzone so voll, dass keine weiteren Gäste mehr eingelassen werden konnten. Mehr als 1500 Menschen, darunter neben den Angehörigen auch viele Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, haben am Samstag Abschied vom verstorbenen Augustiner-Chef Jannik Inselkammer genommen. Unter den Trauergästen waren auch viele Angestellte der Brauerei, die ihrem beliebten Chef gedenken wollten. Vor der Kirche hatten sie sogar zwei Lastwagen und einen Pferdewagen mit großen Augustiner-Schriftzügen abgestellt.

Das Requiem feierte Domdekan Prälat Lorenz Wolf. Eine Trauerrede gab es nicht, Wolf würdigte Inselkammer in seiner Predigt. "Mich selbst lässt der Tod von Jannik Inselkammer nicht los, den ich gekannt und geschätzt habe", sagte der Prälat. Jannik Inselkammer sei Opfer eines "schrecklichen Ereignisses" geworden. "Das Skifahren war für ihn der Himmel auf Erden, der ihn nun das Leben kostete." Der Geistliche sprach aus, was viele in der Kirche dachten: "Warum er? Er war doch noch so jung." Inselkammer wurde nur 45 Jahre alt. "Keiner dachte an den Tod oder das Sterben, am wenigsten er selbst, der so gern lebte", so Wolf. Inselkammer habe sich nie in den Vordergrund, in die Öffentlichkeit gedrängt. "Auch wenn er selbst immer gern im Hintergrund stand, war er da, wenn er gebraucht wurde." Insbesondere wenn es um die Familie ging. "Die Familie war ihm wichtig, war ihm heilig", sagte Wolf. "Er hatte eine innige Beziehung zu seiner Schwester Nicole, für die er immer da war, als Beschützer, als Freund." Jannik Inselkammer und seine Frau Simone waren erst vor wenigen Jahren Eltern geworden. "Er war ein wunderbarer Vater, der seine Tochter Antonia über alles geliebt hat", sagte Wolf. Auch wenn das Unglück von Jannik Inselkammer das Begreifen übersteige, müsse man den Tod akzeptieren. "45 Jahre ist kein Alter zum Sterben. Trotzdem ist es so, wir müssen es annehmen", mahnte der Prälat. Die anschließenden Fürbitten trugen unter anderem Jannik Inselkammers Nichte und sein Patensohn vor. Der Bub sagte: "Ich bin sehr traurig."

Obwohl die Trauerfeier nur einen Tag vor der Stichwahl um den Posten des Oberbürgermeisters in München stattfand, verließen sowohl SPD-Kandidat Dieter Reiter als auch CSU-Gegner Josef Schmid die Wahlkampfstände und kamen in die St.-Michael-Kirche, um sich von Jannik Inselkammer zu verabschieden. Auch die ehemalige Grünen-OB-Kandidatin Sabine Nallinger nahm teil. Unter den Traurergästen waren außerdem Ex-FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß und seine Frau Susi, die Wiesn-Wirte Eduard Reinbold, Roland Kuffler, Günter, Margot und Ricky Steinberg, Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, Kabarettistin Monika Gruber, Star-Koch Alfons Schuhbeck, die frühere Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl, CSU-Vize Peter Gauweiler, Finanzminister Markus Söder, Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon, Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid, der frühere FDP-Minister Wolfgang Heubisch sowie Verleger Dirk Ippen und seine Frau Marlene.

Abschied von Jannik Inselkammer

Abschied von Jannik Inselkammer - Bilder

Philipp Vetter

Für die Mitarbeiter bricht eine Welt zusammen

Die Augustiner-Brauerei hat ihre Seele verloren: Jannik Inselkammer. Bei der Trauerfeier sprach Prälat Lorenz Wolf von seiner „Fähigkeit, Mitarbeiter zu begeistern und sie als Familie zu sehen“. Beim anschließenden Essen im Augstiner in der Neuhauser Straße, zu dem auch Mitarbeiter geladen waren, konnte man sehen, dass das keine leeren Worte waren. „Als wir von seinem Tod erfahren haben, ist für uns Mitarbeiter eine Welt zusammengebrochen“, sagt der Schäffler Manfred Eichhorn (53), der seit 21 Jahren als Kontrolleur in der Logistik arbeitet. „Herr Inselkammer war kein Managertyp. Er war immer da, hat uns mit Namen begrüßt und mit uns geredet. Im Winter hat er sich bedankt, dass wir bei den kalten Temperaturen arbeiten. Und am ersten Wiesn-Montag, als er alle Angestellten eingeladen hat, hat er sich zu uns an die Tische gesetzt.“

Auch Bierfahrer Alfred Stummreiter (54) ist geschockt: „Von diesem Verlust wird sich die Brauerei nicht so schnell erholen. Herr Inselkammer war immer fair und hat uns wie Menschen behandelt. Solch eine Loyalität ist heutzutage selten. Er war immer freundlich und hat viel gelacht. Das hat auch uns Mitarbeiter motiviert.“ Inselkammer wird fehlen - Angst um die Zukunft haben die Mitarbeiter trotzdem nicht. „Augustiner ist eine Traditionsbrauerei. Da brauchen wir keine Kündigungen fürchten. Wir Angestellten werden alles tun, um das Erbe von Inselkammer hochzuhaltern.“

nba

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