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Kulinarische Posse in München: „Wieder Fisch auf den Kita-Speiseplan!“

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Von: Tanja Kipke, Elisa Buhrke

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Essen in der Kindertagesstätte
Welche Speisen sollen in Münchens Kitas serviert werden? © Waltraud Grubitzsch/dpa

Der Speiseplan in Münchens Kitas soll sich ändern. Fischgerichte sind dann kaum noch vorgesehen. Widerstand kommt von CSU und Freien Wählern.

Update vom 12. Januar 2023: Die Fraktion von CSU und Freien Wählern im Stadtrat wehrt sich gegen den Plan, Tiefkühlfisch vom Speiseplan der Kitas zu streichen. In dem Antrag „Wieder Fisch auf den Kita-Speiseplan!“ vom 10. Januar fordert sie das Bildungsreferat dazu auf, schnellstmöglich wieder einmal wöchentlich Fisch in den Kindertagesstätten anzubieten. Ihre Begründung: Fischmahlzeiten würden wichtige Nährstoffe wie Eiweiß und mehrfach ungesättigte Fettsäuren liefern, die pflanzliche Produkte nicht angemessen ersetzen könnten.

Laut CSU-FW-Fraktion wird weltweit über die Hälfte der Fischbestände nachhaltig befischt und die Schadstoffbelastung von Nahrungsmitteln in Deutschland streng überprüft. Deshalb weist sie auch die Argumentation der Stadtverwaltung, den Fischverzehr aufgrund von Überfischung und Schadstoffbelastung einzuschränken, zurück. Alternativ zum Wildfang kämen auch Aquakulturprodukte aus Bayern infrage. Ein vollständiges Fischverbot an Kitas, von dem der Antrag spricht, sieht das Bildungsreferat jedoch ohnehin nicht vor.

Stadt München will Fischgerichte in Kitas reduzieren – „Überfischung und Mikroplastik“

Erstmeldung vom 8. Januar 2023: München – Seit einigen Tagen kursieren Medienberichte darüber, dass die Stadt München Fisch vom Speiseplan in städtischen Kindertageseinrichtungen und Horten streichen will. Zuerst hatte die Bild-Zeitung darüber berichtet. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärt das Bildungsreferat der Stadt, was hinter dem Beschluss steckt. Komplett vom Speiseplan verschwinden werden Fischgerichte allerdings nicht.

Kindergartenkinder werden ab September 2023 wohl weniger Fisch vertilgen als vorher. In Kindertagesstätten besteht die Mittagsverpflegung meist aus Cook-and-Freeze-Mahlzeiten (in Horten rund 80 Prozent des Essens, in Kitas rund 60 Prozent). Für diese Tiefkühlverpflegung hat die Stadt neue Liefer-Aufträge ausgeschrieben. Das Verfahren befindet sich laut Sprecher des Bildungsreferats bereits in der Endphase. Darin sei auch enthalten, möglichst auf Fischgerichte zu verzichten. Wieso?

Die Empfehlung käme von der deutschen Gesellschaft für Ernährung. „Aufgrund der Überfischung sowie der Belastung von Fisch mit Schwermetallen und Mikroplastik war abzuwägen, inwieweit Meeresfisch weiterhin angeboten werden sollte“, erklärt der Sprecher. Süßwasserfisch sei jedoch auch keine Alternative, „er ist für die Ernährung von kleinen Kindern in der Gemeinschaftsverpflegung eher bedenklich, da er oft Gräten enthält.“

Kinder dürfen sich in Kitas an Gestaltung des Speiseplans beteiligen

Gänzlich vom Speiseplan gestrichen ist der Fisch in Kitas dadurch nicht. Der Speiseplan liegt in der Verantwortung der Kita-Leitung. „Die Kitas können im Rahmen des Frischkost-Angebots bei Bedarf auch weiterhin ein selbst zubereitetes Fischgericht anbieten, es findet sich lediglich im vorproduzierten Tiefkühlangebot kein Fisch mehr.“ Aber auch die Kinder dürfen bei der Gestaltung des Speiseplans mithelfen und ihre Wünsche äußern. Negative Reaktionen der Eltern habe die Stadt zu der Entscheidung bislang nicht erhalten. „Generell erhalten wir Reaktionen der Eltern meist dann, wenn im Einzelfall etwas gekocht wird, was den Kindern nicht schmeckt.“ (tkip)

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