Bewohner überglücklich

Heimag-Mieter sind gerettet

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Die luftig-grüne Anlage bleibt erhalten

München - Das bange warten für die Heimag-Mieter hat ein Ende. Der Stadtrat will an der Wohnanlage langfristig festhalten. Allerdings hat diese Entscheidung nicht nur Vorteile.

Gezerre gab es vor Ort und im Bezirksausschuss, Gezerre gab es am Mittwoch wieder vor dem Stadtrat. Doch nach Monaten des Bangens dürfen die Mieter der Heimag-Siedlung in Harlaching aufatmen: Der Stadtrat will die Anlage langfristig erhalten! Damit können aber auch nur wenige zusätzliche Wohnungen entstehen …

Die Heimag, die der städtischen Gewofag gehört, hatte 2011 ein Gutachten erstellt. Das Ziel war offenbar eine Nachverdichtung, also möglicherweise ein Neubau mit mehr Wohnungen. Da­raufhin fürchteten 250 der 400 Mieter an Säbener und Naupliastraße die Abrissbirne! Die braven Bürger von Harlaching trafen sich sogar zur Demo auf dem Marienplatz.

Mieter-Sprecher Hermann Gilbhard (69) kann die Rettung kaum glauben und will das Votum noch genau mit seinen Nachbarn besprechen: „Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Unsere Zähigkeit hat sich gelohnt, damit das Thema überhaupt in den Stadtrat gekommen ist.“

Rot-Grün hatte in der einstündigen Debatte erst keine Bestandsgarantie abgeben wollen. SPD-Stadtrat und Heimag-Aufsichtsrat Christian Amlong forderte nur die Herausgabe der Heimag-Gutachten: „Ich kann jeglichen Ärger der Anwohner verstehen.“ Grünen-Stadtrat Herbert Danner wollte anschließend „ergebnisoffen“ diskutieren.

Die Opposition erinnerte an die Angst der Nachbarn. „Die Bewohner wollen doch, dass die Unsicherheit ein Ende hat“, sagte FDP-Fraktionschef Michael Mattar. Rot-Grün wollte das nicht auf sich sitzen lassen, und so einigten sich alle nach einiger Wortklauberei auf die Formulierung: „Der Stadtrat möchte den Bestand langfristig erhalten.“ Linke-Stadträtin Brigitte Wolf mahnte langfristig die Nachverdichtung in der luftig-grünen Anlage an: „So wie jetzt kann es nicht bleiben."

David Costanzo

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