Achterbahnwetter am Wochenende

Biergartenwirte: Das sind die besten Wetterdienste

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Für das Wochenende ist Achterbahnwetter angesagt. Bei uns lesen Sie die Tipps der Biergartenwirte, welche Wetterdienste sie nutzen.

München - Sonne und Kälte, Unwetter, Regen und Hitze: Achterbahnwetter ist für das Wochenende angesagt. Das sind die Tipps der Biergartenwirte, dass es uns nicht nass erwischt.

Noch eben brennt die Sonne vom Himmel, dann ein Gewitter – und München versinkt im Regen. Das Sommerwetter nimmt uns oft mit auf eine Achterbahnfahrt. So zum Beispiel an diesem Wochenende: Am Samstag soll es tagsüber mit bis zu 26 Grad noch hochsommerlich werden – bis dann abends oder nachts eine Unwetterfront mit Blitz und Donner über München zieht. Am Sonntag soll es fast herbstlich kühl werden – mit bis zu 10 Grad weniger …

Was soll ich anziehen? Nehme ich lieber Schirm oder Sonnenbrille mit? Kann ich mit den Freunden grillen oder nicht? Jeder kennt die Ungewissheit im Sommer. Richtig schwierig wird’s für die, die beruflich und damit finanziell vom Sonnenschein abhängig sind, zum Beispiel Münchens Biergartenwirte. Die tz hat die Wetter-Profis befragt, welchen Wetterdiensten sie vertrauen, wie sie im Voraus planen – und wir haben dabei interessante Tipps erfahren.

Kommt da oben Regen? Zur Not hilft der Flugwetterdienst

Wo isser denn, der Regen? Die Hirschau-Wirte Wiggerl Hagn und Tochter Stephanie Spendler sind manchmal ratlos: „Jeder von uns schaut auf einen anderen Internetdienst: Ich auf den weatherchannel von yahoo, meine Tochter auf meteomedia.de und mein Schwiegersohn auf den Regenradar von wetteronline.de. Oft regnet’s bei jedem Dienst zu einer anderen Uhrzeit.“ Wenn Hagn ganz unsicher ist, ruft er auch mal bei der Flugwetterberatung vom Deutschen Wetterdienst DWD in München an. „Was die einen Tag vorher sagen, stimmt dann zu 100 Prozent.“ Als Hagn vergangenen Sommer in der Hirschau angefangen hat, war die Planung noch recht schwer. „Da sind wir am ersten heißen Tag sang- und klanglos untergegangen. Wir hatten zu wenig Essen und Mitarbeiter – und es gab ewige Schlangen. Mittlerweile aber haben wir Erfahrung.“

Orientierung an den Österreichern

Antje Schneider, die gleich mehrere Biergärten betreibt (u. a. Michaeligarten, Chinaturm, Zum Flaucher und Taxisgarten) vertraut am Chinaturm auf ihren geschäftsführenden Direktor Toni Beer. Und der orientiert sich auch an unseren Nachbarn, den Ösis. „Ich nutze Apps von orf.at und br.de. Als Münchner fahre ich besser damit, mich an den Alpen zu orientieren. Wenn das Wetter wie so oft von Westen kommt und es in Tirol regnen soll, dann regnet’s bei uns bisserl früher.“ Sein Vorteil: „Wenn etwas in einem Biergarten ausgeht, können wir das beim anderen holen.“

Bei Regen: Hendl für Mitarbeiter

Bei der vergangenen Fußball-EM fiel das Public Viewing oft ins Wasser – blöd für Sebastian Kuffler, den Wirt vom Seehaus, gut für seine Mitarbeiter. „Die übriggebliebenen Hendl haben dann die Mitarbeiter bekommen.“ Heuer ist er bislang mit der Saison zufrieden. „Das Wetter ist perfekt – nicht zu heiß und nicht zu kalt. Denn wenn’s zu heiß ist, droht Gewitter, oder alle sind am See.“ Kuffler nutzt die Seite wetter.com, um seine Bestellung drei bis vier Tage im ­voraus zu planen. Für die kurzfristige Mitarbeiter-Einteilung schaut er morgens auf die Seite niederschlagsradar.de.

Notfallteam wohnt im Haus

Die Großwetterlage checken Steffi Krätz, Chefin in der Waldwirtschaft Großhesselohe und ihre Mitarbeiter im Radio: „Ob Energy, Arabella, Gong oder Antenne Bayern – jeder hört einen anderen Sender.“ Außerdem wichtig: der Regenradar von wetter.com: „Da kann es schon sein, dass wir jede Stunde nachgucken.“ Die Wawi ist allerdings auch bei kurzfristiger Wetteränderung gut gerüstet: „Acht Mitarbeiter wohnen im Haus, die Hälfte von ihnen steht immer auf Abruf bereit.“

Ihre Gäste sind hartgesotten

In den Biergarten am Viktualienmarkt zieht es das ganze Jahr über Touristen und Münchner. Da muss es schon in Strömen regnen, dass die Gäste nicht kommen. „Wir haben 22 festangestellte Mitarbeiter. Es kommt höchstens zwei Mal im Monat vor, dass ich sie nach Hause schicke“, sagt Wirt Werner Hochreiter. Er schaut deshalb nur auf eine einzige Wetter-App: die von wetter.com. „Falls es kühl werden soll, wollen die Gäste mehr dunkles Bier und mehr warme Speisen.“

Kinderfest ist verschoben

Jeden Morgen checken Christian und Johanna Schottenhamel (Löwenbräukeller, Gutshof Menterschwaige) den Flugwetterbericht vom Deutschen Wetterdienst (DWD): „Dann entscheiden wir, ob wir den Biergarten öffnen.“ Langfristig vertrauen sie der App Weather Pro: „Die sagt für diesen Sonntag Regen voraus – unser Kindersommerfest in der Menterschwaige haben wir daher auf 13. Juli verschoben“, sagt Christian Schottenhamel und ergänzt: „Zur Not halten wir Wirte zusammen – da hilft man dem Kollegen schon mal mit drei Eimern Obazda aus.“

nba, cmy

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