Bieseln kostet bald 50 Cent

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Das Klo am Marienplatz soll saniert werden und bleibt erhalten.

München - Wem’s pressiert, der wird bald in München oft vor geschlossenen Türen stehen. Die Stadt will jedes zweite öffentliche Klo bis Ende Oktober schließen.

Das sieht das neue Toiletten-Konzept vor, das Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) heute vorstellt. Der Stadtrat soll darüber am 7. Juli im Kommunalausschuss beraten.

Die Pläne des Kommunalreferats, 34 von 70 öffentlichen Toiletten zu schließen, hatte schon im April Staub aufgewirbelt (tz berichtete). Die Rathaus-CSU kritisierte die Pläne ebenso wie Gastronomen, Geschäftsleute, Seniorenvertreter und Fahrgastverbände. Die Verwaltung nahm das Thema von der Tagesordnung, um es jetzt wieder aufs Tableau zu bringen. An den Plänen hat sich fast nichts geändert. Neu ist aber: „Wir werden für die verbleibenden Toiletten ein Benutzungsentgelt einführen“, so Bernd Plank, Sprecher des Kommunalreferats. Die Rede ist von 50 Cent.

Doch die Stadt will noch mehr Klos loswerden: Die Stadtwerke sollen sich künftig um den Betrieb der Toiletten im U-Bahnbereich kümmern. Die Begeisterung hält sich dort in Grenzen: „Für uns ist nicht ersichtlich, warum wir Toiletten kompetenter oder kostengünstiger betreiben könnten als private, darauf spezialisierte Unternehmen. Erst recht gibt es für die SWM keine gesetzliche Verpflichtung dazu“, so SWM-Sprecher Christian Miehling. „Eine Finanzierung dieser kommunalen Aufgabe zu Lasten dringend notwendiger Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur oder zu Lasten des ÖPNV-Betriebs und damit der Fahrgäste scheidet aus.“

Auch der Plan der Stadt, die Wirte ihre Klos als „Nette Toilette“ für Passanten öffnen zu lassen, ist mit den Betroffenen nicht abgesprochen. Der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes München, Conrad Mayer, empört: „Das ist eine kommunale Aufgabe.“

J. Welte

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