Bildung auch für Mädchen!

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Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Zukunft: Iffasin (7) hat Glück, dass ihre Eltern sie lernen lassen – Mädchen sind bei der Bildung oft benachteiligt

Selbstbewusst steht Iffasin (7) vor der Klasse an der Tafel und löst die Rechenaufgaben. „Ich kann besser rechnen als mein Bruder, und der ist schon neun!“, triumphiert die Schülerin.

„Meine Eltern hätten nie gedacht, dass ich so gut sein würde. Erst wollten sie mich gar nicht in die Schule gehen lassen, weil ich meiner Mutter im Haushalt helfen sollte.“

Iffasin hat es ihrer Lehrerin Meselech Deyu zu verdanken, dass sie Rechnen, Lesen und Schreiben lernen darf. Die engagierte Pädagogin macht vor Beginn des Schuljahres jedes Mal Hausbesuche bei Eltern mit Töchtern im passenden Alter. „Ich versuche, sie zu überzeugen, dass auch die Mädchen in die Schule gehen sollten“, sagt die Lehrerin. Bildung – besonders für Mädchen – ist in Äthiopien nicht selbstverständlich. In einem Land, in dem über die Hälfte der Erwachsenen Analphabeten sind, ist es ein Fortschritt, wenn die Buben zur Schule gehen. Die Mädchen werden daheim gebraucht, um Wasser vom Brunnen zu holen und im Haushalt zu helfen. „Warum muss meine Tochter lernen? Jetzt kann ich für sie sorgen und später werde ich ihr einen guten Mann suchen“, hört die Lehrerin oft von den Vätern.

tz-Reporter in Äthiopien

Auf dieser Schultafel steht es Schwarz auf Weiß: "tz hilft Kindern in Äthiopien!" Bitte, helfen Sie mit. © M. Westermann
Gar nicht so einfach: Fosia, 4 Jahre alt, versucht einen tz-Luftballon aufzublasen. Sie wohnt mit ihrer Familie in einem der Armenviertel in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. © M. Westermann
Fosia hat es geschafft. Der tz-Luftballon ist das erste Spielzeug, das die Kleine besitzt. © M. Westermann
Eine typische Hütte einer äthiopischen Familie: Auf dem Matratzenlager vorne wohnt, isst und schläft die fünf-köpfige Familie. Im selben Raum weiter hinten ist der Stall für die Ziegen und Kühe. © M. Westermann
Mädchen sind in Äthiopien noch stärker gefährdet als Buben. Sie dürfen oft nicht zur Schule gehen und haben damit niemals die Chance auf ein selbständiges Leben. © M. Westermann
 
Ein Bussi für einen Schoko-Riegel: Hanna, 6 Jahre alt, bedankt sich bei tz-Reporterin Simone Herzner für die Süßigkeit. Sie wohnt mit ihren Eltern und Geschwistern in einer winzigen Hütte aus Wellblech. © M. Westermann
Ein Blick ins Klassenzimmer: In diesem Raum ohne Stromanschluss werden die Klassen 1 bis 4 unterrichtet. © M. Westermann
Iffasin, 7 Jahre alt, löst eine Rechenaufgabe an der Tafel. Späer möchte das Mädchen einmal Lehrerin werden. © M. Westermann
Oromia, 7 Jahre alt, sitzt stolz auf dem Fensterbrett ihres Klassenzimmers. Das Mädchen hat Glück: Fast die Hälfte aller äthiopischen Kinder lernen niemals lesen und schreiben. © M. Westermann
Iman und ihr Zwillingsbruder Kadhir (beide 6) auf dem Heimweg von der Grundschule. Die Geschwister haben ein ehrgeiziges Ziel: beide wollen Doktor werden. © M. Westermann
Unicef setzt sich in Äthiopien für die Ärmsten der Armen ein: für die Kinder. Sie sollen eine Chance auf ein besseres Leben bekommen. © M. Westermann
Jetzt kann Yetayew (13) wieder spielen und lachen. Noch vor drei Monaten gehörte er zu den unzähligen Straßenkindern Äthiopiens. Unicef hat ihn von der Straße geholt. © M. Westermann
Ein Turnschuh, und sei er noch so zerschlissen, ist bei den äthiopischen Kindern heiß begehrt. Immer noch besser, als mit Flip-Flops Fußball zu spielen. © M. Westermann
Kleiner Hirte: Dieser Bub passt auf die Ziegen seiner Eltern auf. Die Tiere sind das kostbarste Gut der Familie. © M. Westermann
Neugierde im Blick: Die äthiopischen Kinder wollen immer alles ganz genau wissen - wie alle Kinder auf der Welt. © M. Westermann
Ein unterernährtes Kleinkind wird von einer Krankenschwester vermessen. Sein Oberarm-Umfang beträgt nur 6 Zentimeter. © M. Westermann
Eine Mutter und ihr mangelernährtes Baby in einer Krankenstation. Hier wird der Kleine mit Spezialnahrung aufgepäppelt. © M. Westermann
Milky, 12 Monate alt, schleckt seine Spezialnahrung. Er wiegt nur 5 Kilogramm. © M. Westermann
Ängstlich klammert sich das Baby an die rote Plastikschale. Aber die Prozedur muss sein: Der Kleine wird gewogen, auch er ist zu klein und zu dünn für sein Alter (16 Monate). © M. Westermann
Unterernährte Kinder teilen die hochproteinhaltige Spezialnahrung von Unicef miteinander. © M. Westermann
Eine Mutter badet ihre kleine Tochter. Als Badewanne dient eine alte Blechschüssel. Das Wasser ist eiskalt. © M. Westermann
Klares, frisches Wasser ist ein Kostbarkeit im dürren Äthiopien. Der kleine Bub trinkt gierig am Brunnen - gebaut von Uncief. © M. Westermann
In Dörfern, in denen es keine Brunnen gibt, müssen die Menschen ihr Wasser aus dreckigen Löchern schöpfen. © M. Westermann

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„Weil es besser für die Mädchen ist, nicht ein Leben lang auf einen Mann angewiesen zu sein. Weil gebildete Mädchen weniger Kinder bekommen und ihre Babys besser versorgen können, wenn sie in der Schule etwas über Krankheiten und Hygiene gelernt haben. Weil gebildete Mädchen ihren Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes leisten. Weil auch Mädchen das Recht haben sollen, selbst über ihr Leben zu bestimmen. Und das geht nur mit Bildung“, antwortet die Lehrerin.

Iffasins Eltern hat Lehrerin Meselech Deyu überzeugt. Sie haben verstanden, wie sehr das Glück ihrer Tochter von einer guten Schulbildung abhängt. Für arme Kinder in Entwicklungsländern ist Bildung Hilfe zur Selbsthilfe – und oft der einzige Weg heraus aus Armut und Elend.

Wenn Iffasin erwachsen ist, will sie selbst Lehrerin werden. Wenn es nötig sein wird, will auch sie von Tür zu Tür gehen, und die Mädchen in die Schule holen.

Quelle: tz

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