Nächster Nackenschlag für die Genossen 

Birgit Volk verlässt Fraktion: SPD München verliert weitere Stadträtin

+
Nächster Abgang: SPD-Stadträtin Birgit Volk hat sowohl die Partei als auch die Fraktion verlassen. 

Nächste Hiobsbotschaft für die Münchner SPD: Nach dem langjährigen Fraktionsvorsitzenden Alexander Reissl hat mit Birgit Volk eine weitere Stadträtin die Partei verlassen. Dies hat unsere Zeitung erfahren.

Offiziell äußern wollte sich von der SPD gestern niemand. Für den heutigen Dienstag ist eine Pressekonferenz angesetzt, bei der sich die Genossen zu dem Thema erklären wollen. Auch Volk reagierte auf eine Anfrage nicht.

Die 59-Jährige sitzt seit 2008 im Stadtrat und ist wie Reissl Sparkassen-Angestellte. Allerdings hat sich Volk anders als Reissl nicht der CSU-Fraktion angeschlossen, sondern wird dem Stadtrat bis Ende der Periode im Mai 2020 als fraktionsloses Mitglied angehören. Volk hatte sich schon früh entschlossen, bei der Kommunalwahl 2020 nicht noch einmal zu kandidieren. Zuletzt war es um die Bildungspolitikerin ruhig geworden. Sie nahm an den Stadtratssitzungen zwar teil, meldete sich aber kaum noch zu Wort. Wie aus Kreisen der Genossen zu erfahren war, hatte es Volk vergrämt, dass nach dem Abtritt Reissls nicht Verena Dietl zur alleinigen SPD-Fraktionsvorsitzenden gewählt wurde, sondern diese zusammen mit Christian Müller eine Doppelspitze bildet.

Am Montag vergangener Woche hatte Alexander Reissl (61) bekannt gegeben, Partei und Fraktion wegen unüberbrückbarer politischer Dissonanzen und persönlicher Verletzungen zu verlassen. Die SPD verspiele aus eigener Schuld das Vertrauen der Wähler, erklärte er. Am vergangenen Mittwoch bei der jüngsten Vollversammlung des Stadtrats saß Reissl bereits in Reihen der CSU-Fraktion. Der Moosacher will anders als Volk 2020 erneut antreten. CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle hatte angekündigt, seiner Partei vorzuschlagen, den ehemaligen Sozialdemokraten auf einem aussichtsreichen Listenplatz zu nominieren.

OB Dieter Reiter, langjähriger Weggefährte Reissls, zeigte sich in einem Interview mit unserer Zeitung getroffen vom Rückzug Reissls. „Dass er aus der Partei austritt, hätte ich für unmöglich gehalten“, sagte der OB. Dies werde ihn und seine Fraktion aber nicht davon abhalten, „unsere bisherige Politik fortzusetzen“.

Auch interessant

Meistgelesen

„Kir Royal“-Star gestorben: „Sie hatte ständig Angst zu ersticken“
„Kir Royal“-Star gestorben: „Sie hatte ständig Angst zu ersticken“
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Nach Berliner Vorbild: Neues System soll Münchner U-Bahnen revolutionieren
Promi-Künstler tot: Hunderttausende Münchner sehen jeden Tag seine Werke
Promi-Künstler tot: Hunderttausende Münchner sehen jeden Tag seine Werke
Irrsinn am Odeonsplatz: Mit Vollgas durch die Einbahnstraße
Irrsinn am Odeonsplatz: Mit Vollgas durch die Einbahnstraße

Kommentare