Birkenau: Jetzt wird abgerissen

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Den alten Kutscherhäusern geht es jetzt an den Kragen

München - Der Kampf um die historischen Kutscherhäuser in der Untergiesinger Birkenau ist verloren: Bagger reißen seit Donnerstag die um 1840 errichteten Häuser ab.

Monatelang kämpften Denkmalschützer und Bürgerinitiativen für den Erhalt der beiden historischen Kutscherhäuser in der Untergiesinger Birkenau. Sie wurden neben der Schwabinger 7 zum Symbol des Kampfes gegen Luxusbauten. Der Kampf ist verloren: Bagger reißen seit Donnerstag die um 1840 errichteten Häuser ab.
Das gelbe Kutscherhaus mit der Hausnummer 12 bewohnte zuletzt der 2008 verstorbene Max Pockmair, der als Taxler die bis 1888 zurück zu verfolgende Fiakerei-Tradition seiner Familie in dem Haus fortgeführt hatte. 2009 war im Rahmen des Hausverkaufs der Denkmalschutz für das Gebäude gestrichen worden. Das weiße Haus daneben mit der Hausnummer 10 beherbergte lange die Wirtschaft ­Fiakerheim, in der die Kutscher und später die Taxler ihre Feierabend-Halbe tranken.

Stephan Burger, Vorsitzender der Bürgerinitiative Rettet die Birkenau, ist völlig niedergeschlagen: „Mir bricht es das Herz.“ Mit dem Verlust der beiden Häuser gehe wieder ein Stück Geschichte der kleinen Leute in München verloren. Die Initiative hatte 1250 Unterschriften für den Erhalt gesammelt und eine kulturelle Nutzung der Kutscherhäuser vorgeschlagen.

Die Abrissarbeiten werden sich bis Ende nächster Woche hinziehen. Dann soll gleich mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden. Der Bauherr Uwe Binnberg plant anstelle der Kutscherhäuser einen Zehnparteien-Neubau mit „Familienfreundlichen 3-Zimmerwohnungen zu einem vernünftigen Preis“. Dazu wird an der Straße ein dreigeschossiger Wohnblock hochgezogen, der Innenhof zu großen Teilen überbaut. Im Hinterhof sind zwei Stadthäuser geplant.

Johannes Welte

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