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Bischof Marx: Vergesst den Weihnachtsmann!

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Erzbischof Reinhard Marx warnt vor dem Weihnachtsmann
Erzbischof Reinhard Marx warnt vor dem Weihnachtsmann © dpa

München - Der Weihnachtsmann muss sich noch wärmer anziehen. Jetzt packt ihn der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, am weißen Pelzkragen:  „Vergesst den Weihnachtsmann!“

„Wir brauchen keinen bärtigen, alten Mann im roten Filzkostüm, den die Industrie erfunden hat, um an unser Geld zu kommen“, so der Oberhirte weiter. Der 6. Dezember gehöre dem Nikolaus. „Der Heilige Bischof hat ja wirklich gelebt“, sagt Marx in einem Radiobeitrag, der heute auf Bayern 2 ausgestrahlt wird. „Nikolaus hat Hungrigen zu essen gegeben, Wunder bewirkt, Traurige getröstet, Menschen gerettet. Er liebte besonders die Kinder, so wie Jesus es tat.“

Marx’ Vorgänger, Kardinal Friedrich Wetter, hatte es immer vermieden, den alten Mann selbst anzugreifen. Das überließ er seinem damaligen Sprecher Winfried Röhmel, gewissermaßen sein Knecht Ruprecht. Der titulierte den Weihnachtsmann als „Riesengartenzwerg“. Jetzt donnert die höchste Instanz gegen den Zipfelmützenmann.

Erzbischof Marx irrt allerdings in einer Annahme: Nicht die Industrie hat den Weihnachtsmann erfunden, das wird ja oft Coca-Cola zugeschrieben. Bereits 1835 dichtete Heinrich Hoffmann von Fallersleben das berühmte Morgen kommt der Weinachtsmann, dessen Gestalt erfand um 1850 der Münchner Zeichner Moritz von Schwind, darin sind sich Volkskundler einig. Dieser Mann bringt auch Geschenke – aber nur an Weihnachten und zwar da, wo es das Christkind nicht mehr hinschafft.

DAC

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