Willy Heide ist 90: „Du bist unser Wiesn-Stern“

Willy Heide und Gabriele Weishäupl
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Willy Heide und Gabriele Weishäupl

Wenn die Wiesn-Chefin einen Holzstern vom alten Christkindlmarkt-Schild absägt, ein Lied umdichtet und das Ständchen persönlich vorträgt, muss ein ganz Großer Geburtstag haben: Willy Heide.

Was die wohl vorhaben? Langsam ruckt eine Gruppe in der Schlange der Gratulanten auf, die nervös wirkt. Die Dame trägt einen Holzstern, in der anderen Hand einen Zettel, den sie aufmerksam liest. Der Herr hinter ihr hält eine Laterne mit leuchtenden Buchstaben: „Willy Heide“. Die Sternensinger sind Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl und Hans Spindler, Leiter der Veranstaltungsabteilung der Stadt. Als sie vor Willy Heide stehen, holen sie tief Luft. Ein Stern, der deinen Namen trägt, alle Zeiten überlebt, über unseren Willy wacht.

Wenn die Wiesn-Chefin einen Holzstern vom alten Christkindlmarkt-Schild absägt, ein Lied umdichtet und das Ständchen persönlich vorträgt, muss ein ganz Großer Geburtstag haben. Der große kleine, alte junge Willy Heide: Nach 90 Jahren Wiesn- und Gastronomiegeschichte hat er sich viele Namen verdient, wie die Reden und Glückwünsche der rund 400 Gäste (darunter auch tz-Verleger Dr. Dirk Ippen und Alt-Oberbürgermeister Georg Kronawitter) bei der Feier am Freitag in dessen Gaststätte Heide Volm in Planegg gezeigt haben.

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Für Weishäupl war und ist er „der Stern der Wiesn“. Für die anwesenden Wirte war er immer ein Vorbild und Vater: Toni Roiderer schätzt seine Besonnenheit, Manfred Vollmer hat von ihm „früh Gelassenheit gelernt, und auf dem Boden zu bleiben“, Michael Käfer spricht von Respekt schon von Kindesbeinen an. Hacker-Pschorr-Chef Andreas Steinfatt lässt seinem „Lehrer“ ein Vierergespann der Brauerei vorfahren. Wirte-Legende Richard Süßmeier spricht von einem „Menschenfreund“ und übergibt Heide für seinen nächsten Feldzug, ein Hotel am See, einen Feldherrnhut.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil nennt Heide einen „ganz großen Bayern“, Landrätin Johanna Rumschöttel „den besten Vertreter fürs Münchner Umland“, Oberbürgermeister Christian Ude, der in China weilt, spricht ihm in einem Brief „Kultstatus“ zu. Erzbischof Reinhard Marx lobt den Erfinder der Wiesn-Wallfahrt nach Maria Eich als „Überbringer des Wallfahrtgedankens“. Tierparkfreunde Hellabrunn-Vorstand Sven Thanheiser übergibt seinem Präsidenten und „Münchens großem Tierfreund“ symbolisch eine Stofftier-Robbe – Heides sechste Tierpatenschaft. 100 Jahre alt soll der Jubilar werden – in diesem Wunsch sind sich alle Gäste einig. Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl fügt hinzu: „Und dabei nie das heitere Funkeln in seinen Augen verlieren – damit er noch lange unser Stern bleibt.“

Nina Bautz

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