Blamage für Minister Spaenle: Schwabinger 7 kein Denkmal

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Schmuddelkneipe oder Zeugnis der Zeitgeschichte? Seit den 50er Jahren tat sich an der Schwabinger 7 nicht viel, die Zeit hinterließ ihre Spuren.

München - War es das für das Kultlokal "Schwabinger 7"? Die von Kultusminister Ludwig Spaenle initiierte Prüfung durch das Denkmalamt endete mit einer Blamage für den CSU-Politiker.

Es war der letzte Hoffnungsschimmer für die Freunde der Schwabinger 7. Aber: Das Landesamt für Denkmalpflege sieht in dem Kultlokal kein Baudenkmal. Damit kann es abgerissen werden, der Weg für den geplanten Luxusbau ist frei. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte das Denkmalamt Ende Mai gebeten, zu prüfen, ob das Kultlokal und die Bauten rundherum als Baudenkmäler geschützt werden müssen.
Der Minister schrieb an den Landeskonservator Prof. Erich Greipl: „Es handelt sich bei diesem Gebäude um einen der letzten Flachbauten mit Barackencharakter aus der unmittelbaren Nachkriegszeit. Für die Münchner Bau- und Nachkriegsgeschichte erscheint mir der Erhalt eines solchen Objektes von besonderer Bedeutung.“

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Das Landesamt überprüfte das Anwesen und verkündete gestern sein Urteil: „Die Vorgaben des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes für eine Eintragung in die Denkmalliste erfüllt keines der dort erhaltenen Gebäude.“ Bei der Schwabinger 7 handle es sich um ein bereits vor dem Krieg errichtetes Lagergebäude, das nach Kriegsschäden repariert wurde.

„Auch die vielfach als schützenswert bezeichnete Innenausstattung der Schwabinger 7 ist – wenngleich sie aus den 50er-Jahren stammt – nicht von überdurchschnittlicher Qualität,“ heißt es. Ein vernichtendes Urteil, doch Spaenle sieht in der Entscheidung des Landesamtes keine Blamage: „Jetzt ist die Frage geklärt, ob es sich bei der Schwabinger 7 um ein Baudenkmal handelt. Die Diskussion kann nun sachlich geführt werden.“ Dafür ist aber nicht mehr viel Zeit. Ende Juni laufen die Pachtverträge aus, schon im Juli sollen Abriss und Neubau beginnen.

Florian Raabe von der Bürgerinitiative „Rettet die Münchner Freiheit“ hofft aber, dass die Proteste gegen den Abriss nicht vergebens waren: „Die Schwabinger 7 ist ein Symbol für den dramatischer werdenden Ausverkauf Münchens, eine Entwicklung, an deren Ende München zu Tode veredelt sein wird.“ Die Diskussion darüber sei jetzt in Gang gekommen.

J. Welte

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