Blamage für die "Radlhauptstadt"

+
Bürgermeister Hep Monatzeder

München - Schon im Vorjahr mussten die "Cycling Days" ausfallen. Nun droht dem Jedermann-Rennen die nächste Absage.

Hamburg hat die Cyclassics mit jährlich mehr als 20 000 Teilnehmern, beim Berliner Velothon flitzen jedes Mal rund 15 000 Radsportler durch die Hauptstadt. Doch die selbst ernannte „Radlhauptstadt“ München muss in Sachen Jedermann-Rennen bislang passen. Im vergangenen Jahr sollte unter dem Namen „München Cycling Days“ erstmals eine Wettfahrt für Hobby-Radsportler stattfinden, musste wegen Organisations-Problemen jedoch abgesagt werden. Nun droht die nächste Blamage: Höchstwahrscheinlich fallen auch die Cycling Days 2011 aus!

Rückblick: Für Pfingsten 2010 war geplant ­gewesen, dass bis zu 7000 Radsportler vom Olympiapark aus drei unterschiedlich lange Routen im südlichen Umland befahren können. Die mit 171 Kilometern längste davon sollte den Starnberger See umrunden und durch drei Landkreise führen. Dort war man jedoch überhaupt nicht erfreut darüber, am Pfingstsonntag mit all seinem Ausflugsverkehr zahlreiche Hauptstraßen für den Radler-Corso absperren zu sollen. Mehrere Landratsämter trugen bei der Regierung von Oberbayern ihre Bedenken vor. Die Veranstalter der Cycling Days, darunter das Münchner Sportamt, suchten eilig nach Ersatzrouten, mussten vier Wochen vor der geplanten Radlrundfahrt jedoch eine Vollbremsung hinlegen: Die ersten Münchner Cycling Days wurden – wie es damals hieß – „verschoben“ auf 2011.

„Wir fangen jetzt schon an zu arbeiten, ­damit es nächstes Jahr klappt“, verkündete der Münchner Bürgermeister Hep Monatzeder im Mai 2010. Im November folgte die Bekanntgabe des Termins für das Radspektakel: der 24. Juli 2011. Und die Strecke? Sei noch in Planung …

Nun, ein halbes Jahr später, muss München wohl abermals vor der Organisation eines Jedermann-Rennens kapitulieren. „Seitens der Stadt haben wir alle Hindernisse wie die ­Abstimmung mit dem öffentlichen Nahverkehr aus dem Weg geräumt“, betont Monatzeder auf Anfrage der tz. Letztlich entscheide aber die Regierung von Oberbayern, ob die weitschweifende Radltour stattfinden könne.

Cyclepassion: Radsport formte diese Traumkörper

Cyclepassion: Radsport formte diese Traumkörper

Regierungssprecher Heinrich Schuster sagte am Freitag, das Genehmigungsverfahren laufe noch, „es sieht jedoch nicht gut aus“. Das Hauptproblem diesmal: die Absicherung der Strecke. „Das muss der Veranstalter selbst organisieren, zum Beispiel mit eigenen Ordnern“, erklärt Schuster. Offenbar gelingt es den Veranstaltern nicht, genügend Streckenposten aufzustellen. Und erst wenn die örtlichen Behörden wie Landratsämter und Polizei-Inspektionen ihr O.K. gegeben haben, wird die Regierung von Oberbayern die Radlfahrt genehmigen.

Eine Sprecherin der Organisatoren wollte die Cycling Days 2011 am Freitag noch nicht für tot erklären, räumte aber ein: „Wir haben eine zusätzliche Auflage bekommen und müssen nun sehen, ob wir diese Auflage in der Kürze der Zeit umsetzen können.“ Über die Art der Auflage wollte sie nichts Näheres sagen, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen …

IW.

auch interessant

Meistgelesen

Fremder zeigt Münchnerin sein Glied und will Sex mit ihr
Fremder zeigt Münchnerin sein Glied und will Sex mit ihr
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird

Kommentare