Flanieren in der Sendlinger Straße

Ein Blick in Münchens neue Fußgängerzone

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Ein Blick aus dem Fenster in die Sendlinger Straße, die bald um ein großes Stück Fußgängerzone gewachsen ist: Anfang September soll die neue Flaniermeile bereits fertig sein.

München - Über 40 Jahre ist es her, dass in München Deutschlands die Fußgängerzone eröffnet wurde. Nun wächst sie ein weiteres Stück in die Sendlinger Straße hinein und wird früher fertig als erwartet.

So soll die neue Flaniermeile künftig aussehen.

Die Arbeiter waren so schnell, dass die Eröffnung vorgezogen werden kann. Seit dem 10. April wird die Sendlinger Straße zwischen Färbergraben und Hackenstraße für 1,1 Millionen Euro zur neuen Flaniermeile umgestaltet. Das bedeutet: 2550 Quadratmeter mehr Platz für Passanten und Straßencafés. Die neue autofreie Meile wird bis zu 19,50 Meter breit und ähnlich gestaltet wie der Rest der Fußgängerzone: Mit hellen Kunststeinplatten, die von dunklen Streifen aus chinesischem Basalt unterbrochen werden. Ein breiter, leicht nach Süden versetzter und dunkler Längsstreifen dient als Regenrinne. In der Straßenmitte werden Laternen des Modells „Alt München“ aufgestellt.

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„Eine Modell, das sich an Münchner Gaslaternen aus dem 19. Jahrhundert orientiert“, wie Florian Hochstätter vom Baureferat erklärt. „Da wir nach der Eröffnung der Hofstatt in der Sendlinger Straße morgens viel Lieferverkehr erwarten, haben wir einen 14 Zentimeter dicken Straßenbelag ausgewählt“, erklärt Projektleiter Michael Schaller. „Damit wollen wir vermeiden, dass sich Spurrillen bilden.“ Außerdem hat der Stadtrat beschlossen, an der Ecke zur Dultstraße einen Baum zu pflanzen, um den ein runde  Sitzbank aufgestellt wird. Erfreulich ist, dass die Bauarbeiter schneller waren als erwartet. Schaller: „Wir hatten eigentlich den Abschluss der Bauarbeiten auf den 13. Oktober festgelegt.“ Der Termin wurde nun auf den 21. September verlegt. Schaller: „Wahrscheinlich werden wir sogar schon Anfang September fertig.“

Diese zwei Gebäude sollen auch noch weg

Sowohl das Hirmer-Parkhaus (l.) als auch die ehemalige Post (r.) an der Sattlerstraße werden abgerissen. Es entsteht ein neuer Platz.

Während die Hofstatt auf dem ehemaligen Gelände des Süddeutschen Verlages zunehmend Gestalt annimmt, bahnen sich in der Nachbarschaft schon die nächsten größeren Baumaßnahmen an: So hat der Stadtrat beschlossen, dass das Hirmer-Parkhaus an der Sattlerstraße mit seinen 550 Stellplätzen abgerissen werden soll. Der Pachtvertrag für das städtische Grundstück, auf dem das Parkhaus steht, läuft 2016 aus. Die Stadt will einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen, der die künftige Nutzung des Platzes architektonisch lösen soll. Ziel: Die Durchgängigkeit von der Neuhauser Straße über das Kaufinger Tor und die Sattlerstraße zur Hofstatt hin. Dabei wird auch das Grundstück des ehemaligen Post-Gebäudes von 1958 mit einbezogen. Das hat Medienberichten zufolge 2009 der Münchner Brau-Löwe Jannik Inselkammer erworben. Auch dort ist ein Abriss geplant. Auf den beiden Grundstücken sollen neue Läden, Büros und Wohnungen entstehen. Und Stadtbaurätin Elisabeth Merk will die bislang triste Sattlerstraße in den neuen Sattlerplatz verwandeln, über den die Passanten bummeln.

Schluss mit den Stolperfallen

Links der neue, rechts der alte Belag.

Als der Architektur-Professors Bernhard Winkler 1972 die Fußgängerzone entwarf, wurden dunkleNatursteinstreifen zwischen hellen Kunststeinplatten zum Markenzeichen der Einkaufsmeile. Man nahm dafür Kopfsteinpflaster, für Rollstuhlfahrer und Senioren mit Rollator, aber auch Damen mit hohen Absätzen ein Hindernis. In der Sattlerstraße wurden nun große Basaltsteine verwendet. Sie sollen nach und nach in der gesamten Fußgängerzone die Pflastersteine ersetzen.

Johannes Welte

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