Blitz-Chaos am Flughafen

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Unwetter über dem Flughafen: Am Freitag musste der Betrieb für eine Stunde eingestellt werden – mit krassen Folgen!

München - Ein Gewitter hat den Betrieb am Flughafen lahmgelegt: Es kam zu 41 Ausfällen, 300 Passagiere übernachteten in Terminal 2.

Kathrin B. (30) wunderte sich noch: Ihr Flieger aus Nizza über Zürich nach München startete am Freitagabend viel zu spät. Dann kreiste die Lufthansa-Maschine auch noch ewig über Oberbayern. Durchsagen gab es nicht. Am Münchner Flughafen wartete ihr Freund Aaron M. (42), dort das gleiche Bild: Verbindungen seien einfach von den Tafeln verschwunden, Gründe seien zunächst nicht durchgesagt worden. „Mein Freund wusste überhaupt nicht, was los ist“, sagt Kathrin B.

Dabei hätte es eine leichte Erklärung gegeben: Das Unwetter vom Freitag versaute nicht nur den Wiesn-Abend, sondern sorgte auch für ein Blitz-Chaos im Erdinger Moos! Zwischen 19.41 und 20.35 Uhr sei am Freitag der komplette Flughafen stillgestanden, bestätigt Sprecher Edgar Engert der tz.

Die Gewitter-Wolke habe genau über dem Gelände gehangen, einige Blitze seien direkt ins Vorfeld eingeschlagen. Für die Mitarbeiter der Abfertigung habe draußen „Gefahr für Leib und Leben“ bestanden. In solchen Fällen sehen die Vorschriften für den internationalen Flugverkehr einen Betriebsstop vor. „Wir müssen den Vorschriften entsprechen“, sagt der Flughafen-Sprecher auf Anfrage.

Die Auswirkungen waren extrem: Am Freitagabend hatten 130 Flüge Verspätungen von mehr als einer Stunde. 41 Verbindungen fielen sogar komplett aus, obwohl der Flughafen den Betrieb dank einer Ausnahmegenehmigung um eine Stunde länger bis 1 Uhr aufrecht erhalten durfte.

Die Airlines hätten noch versucht, ihre Passagiere in Hotels unterzubringen, sagt Sprecher Engert. Zu Wiesn-Zeiten ist das meist ein aussichtsloses Unterfangen. „Die Hotels sind fast alle ausgebucht“, sagt Engert. Darum strandeten rund 300 Passagiere am Flughafen und mussten dort übernachten.

Wie schon zu Aschewolke-Zeiten im April schlug der Airport Feldbetten im Terminal 2 auf und versorgte die Fluggäste mit allem nötigen. Eine weitere Entschädigung dürfen sie nicht erwarten – Unwetter sind höhere Gewalt. Der Münchnerin Kathrin B. blieb die Übernachtung auf einem Flughafen immerhin erspart. Sie durfte ihren Freund Aaron mit zwei Stunden Verspätung in die Arme schließen.

NBA, DAC

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