Seltener "Kaltluftsee" über München

Blitzeis! Alarm in der Stadt

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Am Sonntagmorgen hieß es fest kratzen. Eine dicke Eisschicht hatte sich über die Scheiben gelegt

München - In der Nacht auf Sonntag hat es Eisregen gegeben – und das bei minus sechs Grad! Auch Meteorologen sprechen von einem seltenen Wetter-Phänomen. Wir erklären den "Kaltluftsee" über München.

Die Autos sind überzogen mit einer dicken Eisschicht, Gehwege und Straßen sind spiegelglatt. Das war ein böses Erwachen am Sonntagmorgen. Der Grund: In der Nacht hatte es Eisregen gegeben – und das bei minus sechs Grad! Auch Meteorologen sprechen von einem seltenen Wetter-Phänomen …

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„Der Eisregen kam dadurch zustande, dass es über 1000 Meter eine Föhnsituation gab“, erklärt Christian Freuer, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes in München. Die Luftschicht zwischen einem und zwei Kilometer Höhe war warm und feucht, da dort Tief „Gong“ Luft von Spanien zu uns geschaufelt hatte. Hier oben hatte es Temperaturen von bis zu 5 Grad! „Bis auf in einigen Tälern – rund um Mittenwald zum Beispiel lag die Temperatur um 5 Grad – hat sich die warme Luft am Boden aber nicht durchgesetzt. München lag in einem sogenannten Kaltluftsee.“

Die Folge: In der Höhe über zwei Kilometer entsteht in den Wolken Schnee. Der wird beim Durchqueren der warmen Schicht darunter zu Regen. Und auf dem kurzen Weg von ein paar Hundert Metern bis zu uns auf den Münchner Boden konnte der Regen nicht wieder zu Eis werden. Also tröpfelte es bei Eiseskälte auf Autos und verschneite Straßen – dickes Blitzeis! Meteorologe Freuer: „Wir sind froh, dass der Eisregen an einem Sonntag kam, sonst hätte es ein riesiges Verkehrschaos gegeben.“

München kam noch mit einem blauen Auge davon. In Baden-Württemberg war das Blitzeis so gefährlich, dass ganze Autobahnabschnitte der A5 und A8 gesperrt werden mussten. Beamte ließen den Streifenwagen stehen und waren zu Fuß unterwegs.

Doch im Schnee ists einfach nur ein Traum

Blitzeis hin oder her. Die Münchner lieben den Winter. Schon am Sonntagvormittag pilgerten die ersten Wintersportler in den Englischen Garten. Dick eingepackt in Jacken und Mützen stürzten sie sich in die weiße Pracht. Der Hügel am Monopteros wurde schnell zum Schlittenberg erklärt. Dutzende Familien rodelten dort begeistert über die verschneite Wiese. Nicht nur für die Kinder ein Riesenspaß! Und auch die Langläufer waren unterwegs. Sie zogen ihre Spuren quer durch den Englischen Garten. Bleibt zu hoffen, dass er noch ein bisserl anhält, der Münchner Wintertraum. NBA, Beate Winterer

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