Über 250.000 Raser erwischt

Der Blitzer-Report

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Blitzer-Alarm! Mehr als eine Viertelmillion Autos rasten im vergangenen Jahr in die Radarfallen von Stadt und Polizei.

München - Bitte recht freundlich! In München knipsten Polizei und Stadt im vergangenen Jahr 258 612 Fotos – allerdings ungefragt. So viele Autos rasten in die Radar-Fallen! Der Blitzer-Report:

Heuer dürften dank des neuen Super-Blitzers (tz berichtete) ein paar Bilder dazukommen. Die neuesten Zahlen stellt KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle nächste Woche im Rathaus vor: Die Stadt kontrollierte im vergangenen Jahr über 600 000 Autos in den Tempo-30-Zonen – und erwischte 87 431 Bleifüße! Jeder siebte fährt also zu schnell durch Wohnviertel, an Kindergärten und Schulen vorbei. Die Quote wirkt zwar mächtig, gehört aber zu den kleinsten überhaupt. Vor zehn Jahren war noch jeder fünfte zu schnell.

Am einzigen fest installierten Starenkasten der Stadtverwaltung am McGraw-Graben blitzte das KVR 17 062 Autos – im Vorjahr waren es noch fast 3000 mehr. Auch hier gingen die Münchner vom Gas.

Ganz anders bei der Polizei, die Hauptstraßen in Stadt und Landkreis München überwacht: Die festen Blitzer schlugen 39 216-mal zu – 5000-mal mehr als im Vorjahr. Die Polizei betreibt auch den Super-Blitzer an der Moosacher/Lerchenauer Straße.

Bei der mobilen Überwachung per Laser, Radar und Sensoren legten sich die Beamten mächtig ins Zeug: Die Zahl der Kontrollen stieg von zwei auf drei Millionen im Vergleich zum Vorjahr! Ergebnis: Fast 40 000 rasende Münchner mehr fuhren in die Falle – genau 110 865! So viele Bleifüße schnappte die Polizei schon lange nicht mehr. Dazu kommen die Verfolgungsfahrten mit Videokamera und Tempomessung: 4038 Fahrer stellten die Beamten auf diesem Weg.

Das macht insgesamt mehr als eine Viertelmillion erwischte Fahrer – rein rechnerisch raste damit mehr als jedes dritte der rund 650 000 zugelassenen Autos in die Foto-Falle.

So viele Münchner sind zu schnell unterwegs

Diese Schilder sollen Tempo-Sünder bremsen

Sie nennen sich Dialog-Displays, weil die Kindergesichter die Autofahrer ansprechen: „Danke!“, rufen sie denen zu, die sich ans Tempolimit halten. Fährt einer zu schnell, zeigt die Anzeige: „Langsam!“

Zehn Schilder will KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle anschaffen – an fünf wechselnden Standorten sollen sie Raser bremsen. Vor allem in den Tempo-30-Zonen halten sich die Bleifüße trotz Kontrollen hartnäckig. Darum forderten Nachbarn, Bezirksausschüsse und auch die CSU Abhilfe. Im vergangenen Jahr scheiterte das noch an den Kosten von 180 000 Euro. Kommende Woche soll es im Stadtrat grünes Licht geben.

Die Erfahrungen mit solchen Schildern in Städten wie Berlin und Frankfurt sind gut. Bei Tests in der Paosostraße und der Friedenspromenade fuhren die Autos bis zu vier Stundenkilometer langsamer. Wurden die Schilder abgebaut, war der Effekt fast vorüber.

Wo die meisten Münchner gestellt werden

David Costanzo

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