Aktion am Mittwoch

Blitzmarathon: Diese Ausrede benutzen viele Fahrer

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Innenminister Joachim Herrmann schaute durch den ­Blitzer am Wintrichring.

Beim Blitzmarathon bekam Innenminister Joachim Herrmann reichlich Ausreden zu hören. Doch bei den Beamten blitzten die Ertappten ab.

München - Kurz nach 13 Uhr auf einem kleinen Parkplatz am Wintrichring in Moosach: Dort hat Heni Raoufi am Mittwoch ihren blauen Mercedes geparkt und blickt etwas frustriert drein. Sie ist in eine Radarfalle geraten, die die Polizei im Rahmen des landesweiten Blitzmarathons aufgestellt hatte. Mit Tempo 76 statt den erlaubten 60 war die Münchnerin (43) unterwegs. „Ich war auf dem Weg zu meiner fünfjährigen Tochter, um sie vom Kindergarten abzuholen“, sagt sie. Dabei sei sie so in Gedanken gewesen, dass sie nicht auf den Tacho geschaut habe.

Ebenfalls vor Ort am Wintrichring: Innenminister Joachim Herrmann und Polizeipräsident Hubertus Andrä, die sich ein Bild von den Kontrollen machen wollten. Chef am dortigen Messpunkt war Max Pettenkofer (55) von der Verkehrspolizei. Und er weiß: „Die Ausrede, dringend irgendwohin zu müssen, benutzen viele Autofahrer sehr gerne, wenn sie geblitzt werden.“ Gelten lassen die Beamten diesen Vorwand natürlich nicht. Heni Raoufi muss 25 Euro Bußgeld zahlen. „Manche Autofahrer sagen auch frech, dass ihr Wagen so sportlich ist, dass sie damit einfach nicht langsam fahren könnten“, so Pettenkofer.

Nach einem solchen Fall sieht das Auto von Sarmand Kadir aus. „Ich bin vorschriftsmäßig gefahren“, sagt der 29-jährige Maler und Lackierer. Der Grund, warum ihn die Beamten von der Straße gewunken haben, ist seine neue schwarze BMW-Limousine – ein flottes, tiefergelegtes Modell, aber nicht straßenzulässig. Das Fahrwerk ist nicht vorschriftsmäßig und beim Fahren ist das Auto viel zu laut. Kadir fühlt sich unschuldig: „Ich habe den Wagen vor einem Monat über das Internet erworben. Der Verkäufer hat mir versichert, dass alle Änderungen in die Fahrzeugpapiere eingetragen sind.“ Ob er eine Strafe bekommt, weiß Kadir noch nicht. Der BMW wurde abgeschleppt, der TÜV nimmt ihn jetzt unter die Lupe.

Licht ins Dunkel bringen wollte auch Eduard Hautermans (64). Der Rentner hatte die Nebelscheinwerfer eingeschaltet, weil sein A4 Baujahr 1998 kein Tageslicht hat. Nicht zulässig, erklärt die Polizei, ließ ihn aber mit einer Verwarnung weiterfahren.

Regina Mittermeier

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