Bluthochzeit-Prozess: Zeugin schildert erschütternde Details

Taufkirchen - Fast auf den Tag genau ein Jahr ist es her, dass der Wirt (32) des Ritter-Hilprand-Hofs in Taufkirchen die Ausrichtung einer Hochzeitsfeier beinahe nicht überlebt hätte. Jetzt wurden erschütternde Details bekannt.

Nach einem Gerangel um Alkohol-Nachschub waren mehrere Gäste brutalst auf ihn losgegangen und hatten ihm schwerste Kopfverletzungen zugefügt. Am Dienstag, bei der Fortsetzung des Prozeses vor dem Landgericht München I, erinnerte sich eine seiner Mitarbeiterinnen an die Massenschlägerei.

Die 20-Jährige aus Unterhaching war durch den jahrelangen Discotheken-Betrieb ihrer Eltern im Umgang mit Konfliktlösungen nicht ungeübt. In der Regel sei es günstiger, wenn sie als Frau dazwischen gehen würde, sagte sie. Doch am Pfingssamstag 2010 in Taufkirchen machten die Schläger keinerlei Unterschied zwischen Männern und Frauen. Als sie versuchte, den Wirt aus der Gaststube zu bringen, sei sie selber geschlagen und geschubst sowie mit dem Hinterkopf gegen eine Eisenstange geschlagen worden. Schließlich fand sie sich mit dem blutüberströmten Wirt am Boden der Küche wieder. Sie hätte ihn zunächst gar nicht erkannt, so entstellt war der Mann.

Unter Tränen schilderte die junge Frau die klaffenden Kopfwunden, aus denen das pulsierende Blut nur so heraussprudelte. Sie nahm den Kopf des Chefs in den Schoss, um ihn vor weiteren Attacken zu schützen. Derweil sah sich der 32-Jährige dem Tod näher als dem Leben. „Er sagte, ich solle seinen drei Kindern einen Gruß ausrichten und ihnen sage, dass er sie liebe“, erinnerte sich die 20-Jährige. Zusammen mit einem Kollegen, der sein T-Shirt ausgezogen hatte, versuchte sie, die Blutungen zu stoppen. Unterdessen näherte sich die erste Polizeistreife dem Hof. Doch die Beamten hätten sich angesichts der prügelnden Menge nicht in die Küche getraut. „Ich habe sie an der Hand genommen und in die Küche geschubst. Sie mussten da ja rein“, sagte die Frau. Die Polizeibeamten im Sitzungssaal, welche die drei Angeklagten bewachen, mussten daraufhin recht schmunzeln. Der Prozess dauert an.

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