298-Millionen-Packerl: BMW beschert München

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Das ist eine schöne Bescherung: Weil das Geschäft bei BMW brummt wie nie, sprudeln die Gewerbesteuereinnahmen für die Landeshauptstadt. Für das Jahr 2011 führt de Autobauer 298 Millionen Euro ab.

München - Zu den Kindern kommt das Christkind. Und zum OB als Stellvertreter der Stadt kommt BMW! Heuer beschert der Autobauer München mit 298 Millionen Euro an Gewerbesteuern - viermal mehr als geplant!

Am Donnerstagabend wollte der Konzern im Rathaus seinen Steuerbescheid öffentlich an OB Christian Ude (SPD) und Kämmerer Ernst Wolowicz überreichen. Süßer die Kassen nie klingeln! Der Konzern bestätigt: „Wir werden angesichts der erfolgreichen Geschäftsentwicklung des Unternehmens und der weltweit hohen Nachfrage nach unseren Fahrzeugen für 2011 eine Gewerbesteuervorauszahlung von rund 298 Millionen Euro leisten.“ Das sagt Finanz-Sprecher Mathias Schmidt der tz.

Am 11. November überbrachte das Finanzamt dem Rathaus die frohe Botschaft: Statt 78 Millionen Euro werde heuer ein Unternehmen - wie es damals im Rathaus noch anonym hieß - 298 Millionen Euro überweisen. Die zusätzlichen 220 Millionen Euro sollten noch im Dezember fließen. Ganz bleibt der Betrag nicht erhalten: 30 Millionen muss der Stadtkämmerer heuer an andere Unternehmen zurückzahlen, nochmal 30 Millionen Euro muss Wolowicz an Umlagen abführen - bleiben immer noch 160 Millionen Euro übrig, mit denen der Schuldenberg der Stadt weiter abgetragen wird - von 1833 Millionen Euro auf 1673 Millionen Euro, den niedrigsten Stand seit 1995.

„Mit Blick auf das weltweit turbulente wirtschaftliche Umfeld ist die Entwicklung erfreulich“, sagte der Stadtkämmerer seinerzeit, warnte aber vor zu vielen Ausgaben. Der Stadtrat stimmte zu. Damit steigt die Bedeutung des Konzerns für die Stadt weiter: Wenn BMW überwiesen hat, stammt jeder 18. Euro im 5,5-Milliarden-Haushalt der Stadt aus der Kasse des Konzerns. „Wir sind in München verwurzelt und arbeiten sehr gut mit der Stadt zusammen“, sagte BMW-Mann Schmidt. Außerdem profitiere man von Infrastruktur, Unis und Attraktivität der Stadt.  Zuletzt hatte der Stadtrat sogar auf 1400 Wohnungen auf dem Areal der Kronprinz-Rupprecht-Kaserne verzichtet, damit der Konzern sein Forschungszentrum erweitern kann.

Vollgas-Jahr 2011: Das sind die BMW-Rekorde

Was für ein Turbo-Jahr für den Münchner Autobauer! Bis Ende November hat der Konzern genau 1 510 862 Fahrzeuge verkauft - BMWs natürlich und Minis sowie Rolls Royces. Das sind nicht nur mehr als im Vorjahr (+14,5 Prozent), sondern sogar mehr als beim bisherigen Rekord 2007 - im gesamten Jahr! Jetzt will BMW die 1,6-Millionen-Marke knacken. Ob da noch der ein oder andere schnuckelige Einser unter den Christbaum kommt?

Gemessen in Euro erreicht der Konzern nie dagewesene Marken: In den ersten drei Quartalen des Jahres bis September machten die Münchner weltweit 50 Milliarden Euro Umsatz (+15,4 Prozent), Vom Ergebnis von 6,5 Milliarden Euro blieben nach der Steuer 4,1 Milliarden Euro Gewinn - mehr als doppelt so viel wie im gleichen Zeitraum des Krisen-Jahrs 2010. Dabei gibt es keine Ausreißer nach unten. BMW habe weltweit in nahezu allen Märkten die Zahlen steigern können, heißt es in der Konzern-Zentrale.

Einzug ins O2-Haus

Der Erfolgskurs von BMW führt auch zu einer räumlichen Expansion der Motorenbauer in München: Weil in der Firmenzentrale in Milbertshofen die Büros  nicht mehr aus reichen, hat BMW jetzt 16 von 37 Etagen im O2-Hochhaus am Georg-Brauchle-Ring angemietet. 870 Mitarbeiter (Marketing, Fuhrpark-Management) ziehen zum 1. Januar ein. Sie genießen dort einen grandiosen Ausblick auf die Skyline von München: Sie arbeiten im mit 146 Metern zweithöchsten Bauwerk der Stadt. Nur der Olympiaturm ist höher (291 Meter).

David Costanzo

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