BMW-Mitarbeiter stahl jahrelang teure Autoteile

München - Nach 30 Jahren Werkszugehörigkeit genoss ein mittlerweile pensionierter Techniker (63) eine absolute Vertrauensstellung bei BMW. Die hat er scheinbar schamlos ausgenutzt.

Nach sechs Monaten heimlicher Ermittlungen legten Polizei und Werkschutz dem frechen Dieb und seinen Komplizen am Dienstag bei einer Durchsuchungsaktion das Handwerk. Der 63-Jährige gilt als Kopf einer Bande, die auf Bestellung teure Autotechnik und Kfz-Teile aus dem Werk schmuggelte und an Hinterhofwerkstätten und Bastler verkaufte.

Im Herbst schaltete der BMW-Werkschutz die Polizei ein, nachdem auffälliger Schwund in den Lagern festgestellt worden war. Hochwertige Reifensätze samt Felgen, teure Diagnose­geräte mit Update-Software und alle möglichen hochwertigen Ersatzteile hatten sich auf geheimnisvolle Weise über Nacht in Luft aufgelöst.

Nach Einschätzung von Kriminaloberrat Robert Weber lief dieses Geschäft seit Jahren. Die Teile fuhr der 63-Jährige, der nach seiner Pensionierung noch täglich im Werk erschien, in seinem Privatwagen vom Gelände. Keiner der Wachleute am Tor wäre je auf die Idee gekommen, diesem geschätzten Mitarbeiter zu misstrauen.

Der Schaden wird derzeit vorsichtig auf 30 000 Euro geschätzt, dürfte aber um ein Vielfaches höher liegen. Am Dienstag durchsuchte die Polizei Wohnungen und Werkstätten von neun BMW-Mitarbeitern und neun Abnehmern in München, Dachau, Landshut, Mainburg, Fürstenfeldbruck und Recklinghausen. Der 63-Jährige wurde festgenommen. Die Staatsanwalt beantragte Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls und Hehlerei.

Dorita Plange

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