Böhringer-Erbe: Kein Geld für den Staat!

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Ein Foto vom April 2011: Benedikt T. wird zum Prozess geführt

München - Benedikt T. (36), wegen Mordes an seiner Tante Charlotte Böhringer († 59) rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt, hat im Zivilprozess aufgegeben. Der Staat geht leer aus.

Alleiniger Erbe des Parkhauses in der Baaderstraße und weiterer Immobilien im zweistelligen Millionenwert ist damit sein jüngerer Bruder Mate T. Der Staat, der die Hälfte des Vermögens kassieren wollte, geht leer aus.

Im Mai 2006 war Charlotte Böhringer im Penthouse über ihrer Parkgarage erschlagen worden. Nach Ansicht der Ermittler kam nur Benedikt T. als Mörder in Betracht. Er habe seine Tante ermordet, um sich den Erbanteil zu sichern. Der Angeklagte bestritt die Tat. Nach einem 15 Monate andauernden Prozess mit 93 Verhandlungstagen wurde er für schuldig befunden. Sein Erbanteil von 50 Prozent wurde für „verfallen“ erklärt, damit wäre die Hälfte des Vermögens dem Staat zugefallen.

Allerdings verklagte Mate T. seinen Bruder auf Erbunwürdigkeit. Seit April 2011 hat dieser Zivilprozess vor dem Landgericht München I angedauert. Nun weigerte sich Benedikt T., sich vom Straubinger Gefängnis zum Prozess nach München fahren zu lassen. Deshalb erließ das Gericht ein sogenanntes Versäumnisurteil und gab Mate T. recht: Benedikt T. hat kein Anrecht auf das Erbe.

Warum die Kehrtwende? Benedikt T.s Anwälte Peter Witting und Jürgen Contzen erklärten am Dienstag, dass nicht mehr mit einem Erfolg zu rechnen gewesen sei. Sie verfolgten aber auch ein ganz anderes Ziel: Durch die Vernehmung zahlreicher Zeugen sollte Material gesammelt werden, um den Strafprozess neu aufrollen zu können.

Ist das geglückt? Ja, so Peter Witting. Man werde baldmöglichst einen Antrag auf Wiederaufnahme des Strafverfahrens stellen, damit „endlich der Weg zur Korrektur eines offenkundigen Fehlurteils geebnet werden kann“.

E. Unfried

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