Anwohner klagen gegen arabischen Mieter

Aufstand gegen Bogenhauser Medizin-Touristen

+
Die Anwohner der Elektrastraße vor Gericht: Sie kämpfen für ihre Wohnanlage.

München - Die Bewohner einer Bogenhauser Wohnanlage fühlen sich gestört von arabischen Großfamilien, die dort ständig einziehen - sogenannte Medizin-Touristen. Jetzt ging es vor Gericht.

Der Lärm, der Müll und dazu der Gestank. Für Manuela A. (alle Namen geändert) ist laut eigenen Worten ihr Leben in der Elektrastraße in Bogenhausen kaum mehr zu ertragen. Ihr Problem: In die Wohnung unter ihr ziehen immer wieder arabische Großfamilien ein. So genannte Medizintouristen. Ein sattes Geschäft für Investoren und Vermittler. Bis zu 350 Euro zahlen die Besucher angeblich pro Kopf und Nacht für die Unterkunft. „Das ist Geldmacherei und frech“, schimpft Manuela A. Bald gebe es gar keine Wohnungen für Münchner mehr. Jetzt hat sie vor dem Landgericht geklagt – gegen einen Mieter.

Am Freitag im Gerichtsgebäude: Der beklagte Harun A. versteckt sein Gesicht hinter einer Aktenmappe.

Der heißt Harun A. und saß früher im Ausländerbeirat der Stadt. Im Dezember 2012 soll er die Wohnung unter Manuela A. gemietet haben – allerdings offenbar ohne je dort gewohnt zu haben. Er soll die dreieinhalb Zimmer lieber an Familien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten weitergegeben haben. An Familien, die – während der Behandlung eines Verwandten in Klinik oder Praxis – nicht ins Hotel wollen, sondern lieber selber kochen und unter sich sind.

Manuela A. fühlte sich gestört von Lärm, Weihrauchgeruch und Müllsäcken auf dem Flur, wie sie erzählt. Immer wieder sei es zu Streitigkeiten gekommen, einmal sei sogar ihre Autoscheibe eingeschlagen worden.

Um diese Häuser an der Elektrastraße (Bogenhausen) handelt es sich.

Der Ärger um die Medizin-Touristen: Das spezielle Mietverhältnis ist kein Einzelfall. „Wir gehen davon aus, dass bei zehn Prozent der gesamten 250 Wohnungen solche oder ähnliche Mietverhältnisse herrschen – mit steigender Tendenz“, sagt Marcus Pfeffer von der Hausverwaltung. Der CSU-Landtagsabgeordnete und Vize im Bezirksausschuss, Robert Brannekämper (49), sagt: „Es gibt in München sowieso viel zu wenige Wohnungen. So etwas kann nicht sein!“ Daher hat er gemeinsam mit den Bewohnern eine Petition gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum im Arabellapark an den Landtag übergeben.

Die Gegenseite versteht das Problem nicht: Laut Harun A.s Anwalt verstoße dessen Weitervermietung nicht gegen das Gesetz. Zudem würden die Untermieter nicht täglich wechseln. Er sehe eine Diskriminierung von Personen aus dem Arabischen Raum. Die zuständige Richterin setzte das Verfahren am Freitag erst einmal aus. Der Grund ist ein weiteres laufendes Verfahren gegen Harun A. seitens der Stadt – wegen Zweckentfremdung.

F. Fussek

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
MVG-Offensive: So soll der Nahverkehr besser werden
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Bus-Streik in München: Das erwartet Fahrgäste am Dienstag
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Miriams Samen-Streit vor Gericht: Jetzt herrscht wohl Gewissheit
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring
Feueralarm im Kiesselbach-Tunnel: Mega-Stau auf dem Ring

Kommentare