Besitzer hauen ab

Blut-Attacke auf arme Hündin Baileys

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Dank der Münchner Tierschützerin Ljerka Senecic-Schmidt (82) hat die herzkranke Baileys (12) mittlerweile ein gutes Heim in München gefunden.

München - Eine Münchner Rentnerin ist fassungslos: Ein Mischling fällt ihre herzkranke Hündin Baileys an - und die Besitzer des aggressiven Tieres hauen einfach ab.

Auf den Straßen Spaniens kämpfte die Galgo-Windhündin jahrelang ums Überleben. Dank der Münchner Tierschützerin Ljerka Senecic-Schmidt (82) hat die herzkranke Baileys (12) mittlerweile ein gutes Heim in München gefunden. Vergangene Woche aber kam das Tier auch hier in Gefahr. Senecic-Schmidt: „Ein Hund hat sie angefallen und ihr ein apfelgroßes Stück Fleisch aus dem Hals gerissen – die Besitzer sind einfach abgehauen!“

Die schrecklichen Sekunden am Nachmittag des 12. Oktober erscheinen der Rentnerin aus Bogenhausen im Nachhinein wie ein Albtraum: „Ich erinnere mich, dass das Paar, das etwa 30 Jahre alt war, Probleme hatte, den Hund zu bändigen.“ Der Hund soll ein schwarzer Mischlingshund gewesen sein. „Plötzlich hob ihn das Herrchen am Halsband in die Luft. Ich sprach ihn darauf an: ‚Wie behandeln Sie denn Ihren Hund?!’ Da kam der Besitzer auf mich zu – und der Hund verbiss sich sofort in Baileys’ Hals!“

Blutendes Tier in Straßenbahn und U-Bahn transportiert

Die arme Hündin Baileys mit dem Team der Tierklinik.

Die Rentnerin berichtet, der Hundehalter habe seinen Hund daraufhin mit der Leine weggezogen. „Durch den Zug hat der Hund meine Baileys regelrecht zerrissen! Aber ich bin auch froh: Wäre er nicht an der Leine gewesen, hätte der Hund Baileys getötet.“ Als Ljerka Senecic-Schmidt den ersten Schock überwunden hat, sind die Hundehalter samt Tier bereits verschwunden. „Wie kann man sowas tun?! Das ist ja wie Fahrerflucht! Ich war völlig aufgeschmissen. Und ich habe nicht mal ein Handy …“ Also fährt die Dame mit der Straßenbahn und der U-Bahn bis zur Tierklinik in der Veterinärstraße. Im Schlepptau: die tapfere Baileys, die stark blutet.

Als die verletzte Hündin in der Chi­rurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik der LMU ankommt, wird sie sofort operiert. „Die Bissverletzung sah ziemlich dramatisch aus“, erinnert sich Tierärztin Anna Döring gegenüber der tz. Das Problem: Das Loch, das in Baileys’ Hals klaffte, war zu groß, um es vollständig zu verschließen, daher wurde zum Schutz der Wunde und zur besseren Heilung ein spezielles Wundkissen aufgenäht. Döring: „Zum Teil hatte sich die Wunde auch schon infiziert. Hinzu kommt, dass die Hündin wegen ihrer schlimmen Herzerkrankung nur lokal betäubt werden konnte.“ In mühevoller Arbeit aber päppelt das Ärzteteam Baileys wieder auf. Das Wundkissen wird nun regelmäßig in der Klinik gewechselt. Die Prozedur lohnt sich, wie die Tierärztin sagt: „Die Wunde heilt inzwischen sehr schön ab.“ Der Besitzerin fällt ein Stein vom Herzen. Erst vor drei Monaten verstarb ihr Mann an Krebs …

Rund 1200 Euro muss Hundebesitzerin Senecic-Schmidt für all die Behandlungen insgesamt nach eigener Aussage berappen. Viel schlimmer aber ist für die Tierliebhaberin, die unter anderem für den Tierschutzverein in Riem aktiv ist, dass andere Hunde in Gefahr sein könnten. „Wir vom Cosimapark haben die Hundebesitzer davor und danach nie wieder gesehen, werden sie also wohl nicht verantwortlich machen können. Ich hoffe inständig, dass nicht noch weitere Hunde von diesem blutrünstigen Tier gebissen werden … “

Nina Bautz

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