Lange Wege für Kunden

Anwohner sauer: Keine Postbank für die Bogenhauser mehr

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Versteht nicht, warum die Postbank-Filiale schließt: Helmut Rainalter ärgert es, dass die Kunden jetzt weite Wege auf sich nehmen müssen.

Die Postbank-Filiale an der Ismaninger Straße in Bogenhausen schließt – Kunden müssen nun bis nach Schwabing oder Haidhausen.

München - Bogenhauser Bürger mit Postbank-Konto müssen sich bald auf lange Wege einstellen, wenn sie ihre Bankgeschäfte erledigen wollen. Denn die Postbank-Filiale an der Ismaninger Straße 136 schließt zum 1. August. Die Kunden müssen dann entweder zum Ostbahnhof oder in die Leopoldstraße fahren. Mit der Postbank verschwinden auch die diversen Dienstleistungen der Post zu Briefen und Paketen, die hier angeboten wurden. „Die Leute, die das entschieden haben, haben keine Ortskenntnis“, sagt Helmut Rainalter. Auf dem Stadtplan sähen die anderen Filialen vielleicht nah aus, in Wirklichkeit seien die Wege ganz schön weit.

Rainalter ist der Eigentümer der Räume, in denen die Postbank-Filiale bislang untergebracht war. Vor zwölf Jahren sprang er in die Bresche, als das große Postgebäude an der Ismaninger Straße verkauft und durch ein Wohnhaus ersetzt wurde. Rainalter wehrte die Gefahr ab, die Post in Bogenhausen komplett zu verlieren, und vermietete der Postbank einen Teil seiner Räumlichkeiten, die er vorher als Lufthansa-City-Center genutzt hatte.

Eine gute Entscheidung, so der Bogenhauser. „Der Laden ist immer voll und es bilden sich lange Warteschlangen vor den Schaltern.“ Dabei habe die Zweigstelle die wohl älteste Ausstattung und sei personell meist unterbesetzt. Besonders gut frequentiert seien auch der Bankomat und die DHL-Paketbox vor der Filiale, hat Rainalter beobachtet.

Doch nun hat ihm die Postbank die Räumlichkeiten gekündigt. Er habe kein Problem, die Fläche anderweitig zu vermieten, beteuert der Eigentümer. „Ich denke jedoch, dass eine Poststelle in einem so gut etablierten Viertel wie Bogenhausen ein gewisses öffentliches Interesse hat.“

Der Verweis der Postbank-Kunden nach Schwabing oder Haidhausen ist für ihn ein Unding. Von der Stadt, die Rainalter über die anstehende Änderung informiert hat, kam nur die Antwort: Die Post sei eine private Gesellschaft, die nach marktwirtschaftlichen Erkenntnissen über ihre Standorte entscheide. „Hat die Stadt nicht eine Verantwortung für die Grundversorgung?“

Allein DHL habe sich bei ihm gemeldet und angefragt, ob nicht die Paketbox trotz der Filialschließung bleiben könnte. Doch das geht leider nicht, erklärt Rainalter. „Die Box steht auf dem öffentlichen Grund der Hausgemeinschaft und ist nur im Zusammenhang mit der Filiale dort geduldet worden.“ In der Nähe, in der Montgelas- und der Arabellastraße, gibt es DHL-Paketshops. 

Carmen Ick-Dietl

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