Türkischer Geheimdienst spioniert offenbar SPD-Abgeordnete Müntefering aus

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Berliner überfällt Ehepaar an der Haustür

Der brutale Räuber von Bogenhausen

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Trotzig erschien Denny K. mit Karohemd vor Gericht

München - Ein Mann aus Berlin spionierte als Umzugshelfer das Haus eines Ehepaars in Bogenhausen aus. Dann kam es zum brutalen Überfall - abends um kurz vor elf.

Es kommt nicht oft vor, dass es spätabends um 22.50 Uhr an der Haustür von Marianne und Wolfgang W. klingelt. Seit Jahren wohnen sie in ihrem prächtigen Anwesen am Prinzregentenplatz. Wer mag es wohl sein? Vermutlich ein Nachbar. Arglos öffnet Marianne W. die Tür – und erlebt den Horror ihres Lebens!

Aus dem Dunkel steht ihr ein Mann mit Anglermaske gegenüber. Er spricht kein Wort, zieht ein Pfefferspray aus der Jacke und sprüht es ihr in die Augen. Schmerzverzerrt schreit die Seniorin auf. „Es ging alles blitzschnell. Ich konnte es gar nicht fassen“, sagt die wohlhabende Bogenhauserin. Sie weiß: Vor ihr steht ein Einbrecher, der zu allem bereit ist. Mit letzter Kraft reißt sie sich los und flüchtet in den finsteren Garten.

Ehemann Wolfgang hört die Schreie und eilt zur Haustür. Blitzschnell reißt ihn der Räuber zu Boden, sprüht auch ihm das Pfefferspray ins Gesicht und schleift ihn an den Armen in die Küche. „Ich hatte schlimme Schmerzen und war gerade erst am Auge operiert worden. Als ich wieder zu mir kam, war er weg“, sagt Wolfgang W. vor dem Landgericht München I. Der Einbrecher ist kein Unbekannter: Es ist Denny K. (36) aus Berlin, den die W.’s im Jahr 2011 über ein Unternehmen tagelang als Umzugshelfer buchten. Er kennt das Haus genau. Zurück in Berlin erzählt er Kumpels von den reichen Münchnern. Gemeinsam planen sie den Überfall, fahren am 13. Oktober 2012 nach Bogenhausen. Als Denny K. den Hausbesitzer Wolfgang W. aber benommen am Boden sieht, kriegt er kalte Füße und flieht über den Zaun.

Wegen versuchten besonders schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung muss er sich nun vor dem Landgericht verantworten (Az: 123 Js 202372/12). Ungepflegt sitzt er mit Gips am rechten Handgelenk und Tattoo am Oberarm auf der Anklagebank. K. antwortet schnippisch, lächelt ungläubig und schüttelt stetig mit dem Kopf. Die Familie W. sei eine „sehr anständige“, sagt er. „Es sollte niemand zu schaden kommen. Geplant war nur ein Einbruch.“ Den gibt er zu, nicht aber den Raub – obwohl Licht im Haus brannte.

Nach dem Überfall lebt das Ehepaar W. lange in Angst. „Wir haben jetzt überall Kameras und die Alarmanlage nachgerüstet."

Andreas Thieme

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