Gastro-Tipp

Kaffee, Kuchen und ein gutes Buch - Idyll im Café Mon

Bei schönem Wetter auf der großzügigen Terrasse, bei schlechtem Wetter im Glasanbau. Moritz Erlbeck leitet den Betrieb.

Im Literaturarchiv Monacensia im Hildebrandhaus hat das Café Mon eröffnet – mit zwei großen Sonnenterrassen.

München - Eine Stadtvilla, ein süddeutsches Barock-Schlösschen: Das Hildebrandhaus in Bogenhausen ist ein Juwel. Nicht umsonst steht es seit 1973 unter Denkmalschutz. Die Stadt ließ sich die zweijährige Renovierung denn auch eine Stange Geld kosten: stolze 9,3 Millionen Euro. Im vergangenen Dezember wurde das Haus, das das Literaturarchiv Monacensia beherbergt, feierlich wiedereröffnet. Doch der große Glasanbau auf der Rückseite stand da noch leer. Bis jetzt: Seit Mitte Mai heißen Florian Liss und Stefan Schmidl die Gäste im Café Mon willkommen.

Am Eingang zum Literaturarchiv stellen sich die neuen Pächter ganz stilecht mit einem Zitat vor: Bier gekippt/ Kaffee genippt/ Zeitung gelesen/ Grad schön war’s gewesen!

Die Zeilen des Autors Walter Ruf beschreiben trefflich, wie der Betrieb hier künftig aussehen soll: Die Gäste können sich mit einem Getränk und einem Stück Kuchen auf der großzügigen Terrasse niederlassen; wer mag, leiht sich dazu im Atelier der Monacensia noch ein Buch aus, was seit der Wiedereröffnung möglich ist. Eine Limo zu Lion Feuchtwangers „Jud Süß“. Ein schwarzer Kaffee zu Heinrich Manns „Untertan“. Ein Stück Obstkuchen zum „Blaue Reiter“-Bildband. So lässt sich’s leben!

Die beiden Geschäftsführer Florian Liss und Stefan Schmidl kennt man in München bisher nicht als Gastronomen, sondern als Veranstalter: Mit ihrer Agentur „0049events“ organisieren sie etwa die beliebten „Nachtkonsum“-Flohmärkte in der Tonhalle. Seit Januar betreiben sie zudem die Villa Flora an der Hansastraße (Sendling-Westpark) als reine „Eventlocation“, nachdem dort zuvor mehrere Gastronomiekonzepte gescheitert waren.

Im Café Mon leitet Moritz Erlbeck (28) den Betrieb. Er wünscht sich, „ein Café für jedermann“ zu schaffen. Das Angebot ist recht simpel gehalten: Es gibt Getränke, Kuchen, Sandwiches – warme Speisen sucht man auf der Karte vergeblich. Für einen Cappuccino zahlt man 3,20 Euro, das Stück Mandarinen-Käsekuchen kostet 3,20 Euro. Oft vergriffen ist das Puten-Sandwich mit Tomaten-Oliven-Senfcreme (3,50 Euro).

Das Hildebrandhaus in Bogenhausen steht seit 1973 unter Denkmalschutz. Von der zweiten Terrasse speist oder liest man mit Blick auf den Garten. 

Ursprünglich hatte die Stadt laut Moritz Erlbeck im Glasanbau nur Selbstbedienung geplant – Kaffee und Snacks aus dem Automaten. Doch bei einer Ausschreibung der Stadt – der Name Café Mon war bereits vorgegeben – konnten die Männer von „0049events“ mit ihrem Konzept überzeugen. Sie bewirten nun das Café im Glasanbau und die zwei dazugehörigen Sonnenterrassen, eine im Hof, eine auf der Terrasse zum Garten der Villa hin. Und sie verpflegen die Gäste bei Veranstaltungen in der Monacensia oder bei exklusiven Privatfeiern. Das große Atelier im Hildebrandhaus bietet immerhin 100 Personen Platz und soll auch genutzt werden.

Das Mobiliar des Cafés ist derzeit noch provisorisch, gesteht Erlbeck. Auf der Terrasse etwa müssen noch Biertische ihren Dienst tun, bevor die mattschwarzen Tische kommen, die zu den Stühlen passen. Und auch die Theke ist noch ein zusammengeschustertes Provisorium. Aber man habe endlich eröffnen wollen. Die Besucher dürfte das kaum stören. Wer sich in ein Buch vertieft, nimmt seine Umgebung ohnehin nicht mehr allzu deutlich wahr.

Das Café Mon in der Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Straße 23, Eingang Siebertstraße 2, hat Dienstag bis Sonntag ab 11 Uhr geöffnet, Schließung abends je nach Wetter (frühestens 17.30 Uhr). Kontakt: 089/ 16 52 44; info@cafe-mon.de

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