Überlegungen stoßen auf Widerstand

Cosimabad: Fernwärme statt Parkplätze

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Nicht mehr viel übrig bliebe vom Parkplatz, sollte am Cosimabad ein Heizwerk entstehen. 

Mit ihren Planungen für Ersatz-Heizwerke für den Kohleblock im Heizkraftwerk Nord in Unterföhring stoßen die Stadtwerke München (SWM) immer mehr auf Widerstand.

Schon in Perlach, Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt zeigten sich die Bezirksausschüsse (BA) wenig begeistert. Wie berichtet, suchen die Stadtwerke nach dem Bürgerentscheid im November Alternativen. Die Münchner hatten entschieden, das Kraftwerk früher als geplant vom Netz zu nehmen. Ob es so weit kommt, darüber muss die Bundesnetzagentur noch entscheiden.

Auch in Bogenhausen, wo die SWM-Vertreter am Dienstag ihre Idee für ein Heizwerk auf dem Parkplatz des Cosimabads vorstellten, reagierten die Stadtteilpolitiker entsetzt. 3000 Quadratmeter benötige das geplante Modulheizwerk inklusive Nebenflächen, erklärte der Leiter der SWM-Konzeption Werner Rühle. Darin enthalten ein zehn Meter hohes Kesselhaus mit 32 Metern Länge und 17 Metern Breite, zwei über 30 Meter hohe Schornsteine sowie ein externer Wärmespeicher mit 22 Metern Höhe und einem Durchmesser von acht Metern. Außerdem entsprechende Umfahrungen für Transport, Wartung und Feuerwehr.

„Was bleibt da noch von dem Parkplatz?“ 

„Was bleibt da noch von dem Parkplatz, vielleicht gerade mal die Radlständer“, so SPD-Sprecherin Karin Vetterle. „Wie kann man auf Parkplätze am vielbesuchten Wellenbad verzichten“, wunderte sich auch Manfred Krönauer (FDP). Dem Bogenhauser Bad, das gerade erst für 13 Millionen Euro saniert wurde, entstehe dadurch auch wirtschaftlicher Schaden. Zudem verwies Krönauer auf das gegenüberliegende Hochhaus, dessen Bewohner die Abgase direkt in die Fenster geblasen bekämen.

Um eine klare Antwort zur Parkplatzfrage drückten sich die SWM-Vertreter. Man habe einfach nach Flächen gesucht, die nicht bebaut sind, groß genug sind und Stadt oder Stadtwerken gehören, sagte Thomas Prein von der technischen Geschäftsführung. Von den derzeit diskutierten zwölf Standorten würden am Ende nur fünf bis sieben benötigt. Welche, ist offen. Daher gebe es auch noch keine weiteren Planungen. Auch für eine Genehmigung als Kraftwerksstandort sei es noch zu früh.

Ende 2022 soll der Kohleblock in Unterföhring gemäß Bürgerentscheid abgeschaltet werden. Dann müssen die neuen Gasheizwerke die Wärmeversorgung übernehmen. Der BA wundert sich, warum nicht erst die Möglichkeit eines Baus am Heizkraftwerk Nord abgeklärt wird. Dort gebe es eine passende Fläche. Allerdings fehlen ein Bebauungsplan und eine Genehmigung als Kraftwerksstandort. Die SWM halten die Einsprüche aus Unterföhring für unkalkulierbar. „Sie versuchen sich gerade durch Geothermie von uns unabhängig zu machen“, so Rühle. Man rechne mit wenig Sympathie für so ein Projekt.

Die Bäderbetriebe beugen sich klaglos den Plänen ihres Konzerns. Man sei sich bewusst, dass die Umnutzung der Bäder-Parkflächen „nicht nur für die Bürger, sondern auch für den Badebetrieb schmerzhaft“ seien, so ein SWM-Sprecher. Man müsse aber die Versorgung mit Fernwärme sicherstellen. Die entprechenden Flächen dafür zu finden, sei wohl kaum für alle zufriedenstellend.

Carmen Ick-Dietl

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