In Bogenhausen

Einbruchserie: Diebe kamen alle über den Balkon

München - Im Münchner Osten macht sich eine Einbrecherbande eine Schwachstelle von älteren Immobilien zu Nutze. Sie kommen über die Balkontüre in die Wohnung.

Vorne: Hochsicherheitstrakt. Hinten: Tag der offenen Tür. Die Schwachstelle vieler älterer Immobilien liegt nicht selten im ersten Stockwerk und stellt für Einbrecher nicht das geringste Hindernis dar: Die gute, alte Balkontür! In München geht derzeit eine Bande um, die genau diese Schwachstelle ausnutzt. In Bogenhausen drangen Einbrecher am Wochenende über die Hof- bzw. Gartenseite in vier Wohnungen und Häuser ein und erbeuteten Schmuck und Bargeld im Wert von vielen zehntausend Euro:

Ismaningerstraße: Über eine Mauer schlichen sich bislang unbekannte Täter irgendwann in der Zeit von Freitagfrüh bis Sonntag früh auf die rückwärtige Seite eines Mehrfamilienhauses. Niemand merkte, dass sich jemand über das Regenrohr auf den Balkon der Wohnung einer Geschäftsfrau (56) im ersten Stock zog. Dort wurde die Balkontür aufgebrochen. In der Kommode im Flur und im Bad fand der Täter verschiedene kostbare Schmuckstücke. Die Frau entdeckte den Schaden erst bei ihrer Heimkehr am Sonntag um 17.15 Uhr.

Jensenstraße: Auf dem gleichen Weg drangen vermutlich die gleichen Täter in der Nacht von Freitag auf Samstag in die Wohnung eines Handelsvertreters (44) und seiner Familie in der Jensenstraße ein. Die Einbrecher entkamen mit vier Louis Vuitton- und einer Gucci-Handtasche der Dame des Hauses sowie wertvollem Schmuck.

Eifelstraße: Über die Gartentür gelangten die Täter in der Zeit von Freitag bis Sonntag auf das Grundstück einer Familie in der Eifelstraße. Dort wurde die Terrassentür des Reihenhauses aufgehebelt. Sämtliche Räume wurden durchsucht. Im ersten Stock entdeckten die ungebetenen Besucher den Tresor der Familie, der mit brachialer Gewalt herausgerissen und vermutlich vom Balkon in den Garten geworfen wurde. Den Tresor nahmen die Täter offenbar im Ganzen mit. Er wurde bislang nicht gefunden.

Rudliebstraße: Eine üble Überraschung erwartete am Sonntag einen Rentner (80), der nur von 16.30 Uhr bis 18.40 Uhr sein Haus in der Rudliebstraße verlassen hatte. Über einen Sichtschutzzaun waren Fremde in den ersten Stock gestiegen und hatten die Balkontür aufgehebelt. Im Schlafzimmer des alten Herrn fanden sie kostbaren Schmuck. An der Terrasentür und einem Fenster im Erdgeschoss wurden Hebelspuren gefunden. Hier hatte aber die Einbruchssicherung standgehalten.

Dorita Plange

... und noch zwei Fälle!

Obermenzing: Dieser Einbruch war offensichtlich kein Zufall, sondern geplant. Denn die Täter wussten genau, was sie suchten: Aus einer Frauenarzt-Praxis in der Verdistraße verschwanden in der Nascht von Freitag auf Samstag zwei sehr teure, medizinische Geräte. Die Einbrecher – es müssen mindestens zwei gewesen sein – drangen vermutlich nachts über ein Erdgeschossfenster ins Treppenhaus ein. Die Tür zur Praxis im ersten Stockwerk wurde mit roher Gewalt aufgebrochen. Dann trugen die Täter ein 1,80 Meter großes EKG-Gerät und einen Wehenschreiber durchs Treppenhaus hinunter. Der Einbruch wurde am Samstag um 8.45 Uhr entdeckt. Die Polizei (Tel. 089/2910-0, Kommissariat 52) hofft auf Hinweise.

Gräfelfing: Über Nacht verschwanden beim Herrenausstatter Fabri im Gräfelfinger Gewerbegebiet (Am Haag 8) große Teile der Kollektion. Auch hier kamen die Täter in der Nacht von Freitag auf Samstag. An der Rückseite des Gebäudes drückten sie mit Gewalt ein Fenster des Verkaufsraums auf. Zum Abtransport von hochwertigen Schuhen, Accessoires und Bekleidungsteilen müssen sie einen Lieferwagen benutzt haben. Der Schaden allein hier wird auf rund 100 000 Euro geschätzt. Auch hier bittet die Polizei um Hinweise.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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