Prinz-Eugen-Park

Einsparungen beim Kulturzentrum machen Lokalpolitiker fassungslos

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Das Neubaugebiet Prinz-Eugen-Park in Bogenhausen.

Der nächste Streit um eine Einrichtung im Prinz-Eugen-Park: Weil die Stadt eine Million Euro weniger ausgeben will, wurde bei der Planung des Kultuzentrums „13er“ massiv gestrichen.

München - Eine Million Euro einsparen beim Bau des „13er Bürger- und Kulturtreffs“ im Neubauquartier Prinz-Eugen-Park – das war der Auftrag des Stadtrats an die Stadtverwaltung. Nun liegt das abgespeckte Konzept vor und macht den Bezirksausschuss Bogenhausen fassungslos.

Aus dem hochgelobten Pilotprojekt am Maria-Nindl-Platz mit einer Mischnutzung von sozialen und kulturellen Einrichtungen sowie einem Multifunktionssaal ist nun ein „Gemeindezentrum mittleren Standards“ geworden, wie das Kommunalreferat in seiner Vorlage selbst zugibt. Bei fast allen Räumen wurde die Fläche um zehn Prozent verkleinert, der Saal schrumpft sogar um 12,5 Prozent. Die Zuschauergalerie fällt ganz weg, die Raumhöhe sinkt um 55 Zentimeter. Damit passen hier nur noch 200 Sitzplätze rein. Nur mit Stehplätzen kommt man noch auf die ursprünglichen 300 Personen. Allein diese Flächenreduzierungen bringen laut Referat Einsparungen von knapp 670.000 Euro.

Die Streich-Liste ist lang

Entsprechend lang ist auch die übrige Streich-Liste: So wird die Bühnentechnik stark reduziert. Statt einer eingebauten Induktionsanlage für Menschen mit Hörbehinderung werden bei Bedarf mobile Geräte eingesetzt. Kann bei der Möblierung nicht durch Sammelbestellungen gespart werden, sollen Prioritäten gesetzt und einige Anschaffungen erst in den nächsten Jahren getätigt werden. Auch bei der Veranstaltungstechnik sollen „weitere notwendige Anschaffungen für die Beleuchtungs- und Tonanlage“ später über den Betriebskostenzuschuss nachgerüstet werden. So reduzieren sich die Kosten für die Erstausstattung um gut 280.000 Euro.

Fast 165.000 Euro spart sich die Stadt durch den Verzicht auf „Kunst am Bau“. Das Gebäude soll ja künftig von vielen, sehr unterschiedlichen Gruppen, darunter auch lokale Künstler, genutzt werden. Da könne man diese Ausnahme machen, heißt es in dem Entwurf.

Immerhin der Nachbarschaftstreff darf bleiben

Immerhin: Die Idee, den Nachbarschaftstreff ganz aus dem Gebäude zu schmeißen, wurde verworfen. Zum einen, weil man dafür dann anderswo Miete zahlen müsste, zum anderen, weil das Gebäude dann so stark verkleinert würde, dass es gegenüber den umliegenden Wohnneubauten städtebaulich untergehen würde. Auch die hydraulisch versenkbare Bühne, die in der damaligen Stadtratsdiskussion als Luxusversion bezeichnet wurde, bleibt. Der Auf- und Abbau mobiler Bühnenelemente würde Personal und zusätzliche Lagerfläche benötigen, zudem die multifunktionale Nutzung des Saals erschweren.

Insgesamt kommt das Kommunalreferat durch die Änderungen auf genau die vom Stadtrat geforderte Einsparsumme. Mitte September wird sich der Kommunalausschuss damit befassen.

Der örtlich zuständigen Bezirksausschuss-Chefin Angelika Pilz-Strasser (Grüne) fehlten auf der jüngsten Sitzung schlichtweg die Worte, um ihr Entsetzen über die Reduzierungsvorschläge auszudrücken. „Ich bin fassungslos.“ Das Stadtteilgremium will jetzt erst einmal intern beraten, wie man auf diese Einsparvorschläge reagieren will.

Einfach nochmal von vorne anfangen?

Inzwischen kommt aus Bogenhausen sogar schon der Vorschlag, einfach den Standort Maria-Nindl-Platz fallen zu lassen, noch einmal von vorne anzufangen und auf dem Platz vor dem Cosimabad ein „großzügig dimensioniertes und vielseitig nutzbares Kulturbürgerhaus“ zu planen. Denn nur mit ausreichend Raum für Vereine und Kultur, mit technisch gut ausgestattetem und variabel nutzbarem Saal, sowie bestmöglicher Verkehrsanbindung wird das Kulturbürgerhaus zum Erfolg, heißt es zumindest aus der örtlichen CSU-Fraktion.

Lesen Sie auch: Streit um Gestaltung - Zu viele Mauern im Prinz-Eugen-Park? Außerdem: Nach Ärger um Pläne: Kultusgemeinde darf in Bogenhausen bauen.

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Carmen Ick-Dietl

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