Agrar-Riese will Bau aufstocken

Etagen-Kampf um das BayWa-Hochhaus

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Der BayWa-Turm wurde 1969 errichtet. Der Plan: Das Haus soll drei Etagen höher werden.

München - Der Agrar-Riese BayWa will sein in die Jahre gekommenes Hochhaus am Effnerplatz um drei Etagen aufstocken. Die Stadt will das Projekt genehmigen, ohne die Bürger zu fragen. Nun regt sich Widerstand.

Das BayWa-Hochhaus am Effnerplatz ist in die Jahre gekommen. Nun will der Agrar-Riese sein Verwaltungsgebäude um drei Etagen aufstocken. Im Bezirksausschuss formiert sich der Widerstand gegen das Projekt, das die Stadt ohne Bürgerbeteiligung genehmigen will.

Seit 1969 steht der Beton-Riese der BayWa-Verwaltung am Effnerplatz. Mit seiner Höhe von derzeit 61 Metern steht der Turm derzeit in der Liste der Münchner Hochhäuser auf Platz 21. Das 75 Meter hohe Sheraton München Arabellapark Hotel überragt das Agrar-Hochhaus derzeit noch ebenso wie das Westin Grand Hotel mit 65 Metern Höhe. Doch die Größenverhältnisse am Arabellapark sollen sich umkehren: Die BayWa will das Hochhaus um drei Etagen aufstocken, dann wäre der Turm 76 Meter hoch.

Für diese Aufstockung müsste entweder der Bebauungsplan geändert werden oder der Bauherr eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Letzteres plant derzeit das Planungsreferat. Bezirksausschussmitglied Robert Brannekämper (CSU) ist empört: „Damit wird die gesamte Bürgerbeteiligung ausgehebelt. Bevor man so eine massive Planung genehmigt, müssen Fragen wie die Verschattung der Nachbarschaft oder Sichtachsen geprüft werden.“

Tatsächlich befinden sich im Westen, Norden und Osten Wohngebäude, die vor allem im Winter künftig mehr verschattet würden. Auch das Erscheinungsbild der Großskulptur Mae West sei beeinträchtigt. Brannekämper weiter: „Wenn die Immobilienbesitzer in der Nachbarschaft ebenfalls aufstocken wollen, kann ihnen die Stadt das künftig kaum verwehren.“ Brannekämper schrieb einen Brandbrief an Stadtbaurätin Elisabeth Merk.

Die BayWa will das Projekt demnächst der Öffentlichkeit vorstellen.

Johannes Welte

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