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Gericht entscheidet Denkmalfrage

Herzogpark-Villa: Abriss nach 91 Jahren?

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Um dieses Gebäude hier dreht sich der Streit.

München - Naht das Ende für die historische Villa an der Kolbergerstraße 5 im Herzogpark? Am Montag verhandelte das Verwaltungsgericht den Denkmalstreit um das 1924 erbaute Anwesen.

Immobilien-Unternehmer Stefan Höglmaier (41) will mit seiner Firma Euroboden die Villa abreißen lassen und durch ein neues Wohnhaus ersetzen. Eine Bürgerinitiative um Nachbarin Fiona Mallin und den Landtags-Abgeordneten Robert Brannekämper (CSU) will das verhindern und beruft sich auf den Denkmalschutz. Dagegen klagt Euroboden.

So soll das Haus aussehen, das statt der alten Villa entstehen soll.

Am Montag hörte das Gericht einen Sachverständigen an. Seiner Ansicht nach hat die Villa durch einen Umbau im Jahr 1985 ihre Denkmaleigenschaft verloren. Das stößt auf Unverständnis bei der Bürgerinitiative. „Die Änderungen beim Umbau waren nicht gravierend, sondern dienten nur zum Erhalt“, sagt Mallin. Es seien nur Fenster ausgetauscht, der Wintergarten erweitert und eine Zwischenwand entfernt worden – die Fassade dagegen blieb intakt.

Reicht das aus, um einem Denkmal den Status abzusprechen? Robert Brannekämper: „Dann wäre es ja möglich, ein Gebäude durch den Umbau vorsätzlich zu verändern und ein Denkmal zu schwächen.“ In der Villa Kolbergerstraße könne davon laut Mallin keine Rede sein. Dachstuhl, Treppenhaus, sogar die Tapete: „Alles ist noch original.“

Und kulturell hoch angesehen! Stadtheimatpfleger Gert Goergens nannte das Gebäude den „Prototyp der Herzogpark-Villa“. Harald Gieß vom Landesamt für Denkmalpflege lobte ihre „Sonderstellung in der Stadtgestaltung“. Der Abriss würde „einen unwiederbringlichen Verlust für das Viertel und das Heimatgefühl in Bogenhausen bedeuten.“

Ob das Gebäude abgerissen werden darf, hat das Verwaltungsgericht noch nicht abschließend entschieden. Das Urteil könnte richtungsweisend für andere städtische Denkmäler sein, die dann ebenfalls um ihren Schutz bangen müssten. „Wird der Klage stattgegeben, fürchten wir einen Dominoeffekt“, so Mallin. Richterin Marion Pauli-Gerz betonte aber: „Jedes Denkmal ist ein Unikat.“

Andreas Thieme

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