Hypo-Hochhaus wird saniert

Die tz zu Besuch auf der höchsten Baustelle der Stadt

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Das Hypo-Hochhaus in Bogenhausen.

München - Bei der Sanierung des Hypo-Hochhauses (Bogenhausen) geht es derzeit klick-klack – Fenster raus, neues Fenster rein, zwei Schrauben drehen, fertig. Die tz war zu Besuch auf Münchens höchster Baustelle.

Von wegen Stein auf Stein: Bei der Sanierung des Hypo-Hochhauses (Bogenhausen) geht es derzeit klick-klack – Fenster raus, neues Fenster rein, zwei Schrauben drehen, fertig. Die Arbeit an einem der höchsten Gebäude der Stadt verläuft nach dem Lego-Prinzip! Die tz war zu Besuch auf Münchens höchster Baustelle (Zahlen siehe unten).

HVB-Immobilien-Vorstand Peter Weidenhöfer (r.) und Sanierungsleiter Stefan Senkel.

Was so einfach klingt und vor Ort faszinierend rasant geht, ist in Wahrheit eine technische und logistische Meisterleistung. Die begann bereits in den 70er-Jahren: Der Silberturm wurde als Skelett gebaut, an das die Haut aus Tausenden gleichartigen Fenster-Elementen angehängt ist, die jetzt genau nachgebaut wurden. Das Haus sieht zwar immer noch aus wie aus einem Science-Fiction-Film – aber Dämmung, Technik und Brandschutz sind in die Jahre gekommen.

Darum poliert die Hypovereinsbank (HVB) ihren Sitz im wahrsten Sinne des Wortes auf: Die silbrigen Wandblöcke werden durch neue Elemente eins zu eins ersetzt, die alte Doppelverglasung weicht einem Kassetten-Fenster mit insgesamt fünf Schichten. Aber das große Fassendenblech stammt aus den alten Blöcken – nachdem es auf Hochglanz gebracht wurde. Aus alt mach' neu!

Ein Blick in den Rohbau der oberen Etagen.

Das ist kein Sparprogramm: Der Turm steht seit 2006 unter Denkmalschutz, bei seiner Sanierung reden die Behörden mehr als nur ein Wörtchen mit. Das Wahrzeichen prägt die Stadt wie sonst nur der Olympiaturm, die Frauenkirche oder der BMW-Vierzylinder. „Wer das Hochhaus sieht, weiß: Ich bin in München“, sagte Egon Greipl, der frühere Generalkonservator des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Der HVB-Immobilien-Vorstand Peter Weidenhöfer versichert: „Wir sind uns der Bedeutung für das Münchner Stadtbild und der sich daraus ergebenden Verantwortung sehr bewusst.“

Eine Viertelmilliarde Euro lässt sich die Bank die Erneuerung kosten, anschließend ist das Hochhaus ein nachhaltiges und zertifiziertes „Grünes Gebäude“ – die Nebenkosten sollen um bis zu 30 Prozent sinken. Schon im nächsten Jahr sollen die Bank-Bosse aus der noblen Kardinal-Faulhaber-Straße in die obersten Etagen ziehen – mit einem Panorama von der Allianz Arena zur Zugspitze.

Dann können statt bislang 1100 rund 1400 Mitarbeiter im Turm arbeiten. Das Zauberwort lautet: Smart Working – intelligentes Arbeiten. Die Banker haben keine festen Arbeitsplätze mehr, die im Urlaub verwaist sind. Sondern können sich auf ihren Etagen immer wieder neu in Arbeitsgruppen zusammenfinden. Da sieht man schon: Außen bleibt alles beim Alten – innen ändert sich alles.

Daten & Fakten:

Höhe: 114 Meter
Stockwerke: 27 oberirdisch, 4 unterirdisch
Baujahr: 1975-1981
Architekten: Walter und Bea Betz, München
Arbeitsplätze: 3000 (inkl. Flachbau)
Sanierung: 2013-2015 Tower mit südlichem Flachbau
2016-2018 nördlicher Flachbau
Kosten: 250 Millionen Euro

David Costanzo

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