Linie 190 fährt nicht mehr in die City

Zamdorfer klagen: Gebt uns unseren Bus zurück

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Kilian Mentner (3.v.l.) und weitere Zamdorfer fordern: Gebt uns unseren Bus zurück

München - Wegen der neuen Tram Steinhausen fährt der Bus 190 nun nicht mehr vom Max-Weber-Platz nach Osten. Die Führung wurde geändert – in eine Nord-Süd-Verbindung.

„Damit hat sich die Situation für mehrere Tausend Bürger in Zamdorf und Daglfing massiv verschlechtert“, schimpft der Zamdorfer Kilian Mentner. Hier herrscht Bus-Verdruss!

Wer nun etwa von der Siedlung zum Max-Weber-Platz will, muss mit dem 190er-Bus oder dem 191er (Verstärkerlinie) zur neuen Tram-Trasse fahren. „Die Fahrzeiten vom Zamilapark oder der Schwarzwaldsiedlung zum Max-Weber-Platz haben sich hierdurch fast verdreifacht, zumindest aber verdoppelt.“

Denn zum einen gilt die Nord-Süd-Verbindung als stauanfällig. Die Friedrich-Eckart-Straße und der Tunnel Berg am Laim seien regelmäßig dicht, klagen die Anwohner. „Die Fahrpläne sind nicht realistisch, da sich die Busse zu den Hauptverkehrszeiten durch das Nadelöhr kämpfen müssen“, sagt eine Anwohnerin. Ankunfts- und Abfahrtszeiten würden während der Stoßzeiten schon seit dem Fahrplanwechsel am 12. Dezember nicht eingehalten.

Außerdem: Die alte Buslinie verlief meist in der Mitte der Fahrbahn, dort, wo jetzt die Tram fährt. Von Zamdorf zum Max-Weber-Platz: Laut Fahrplan-App dauerte das früher neun Minuten, heute 17 oder gar 27! „Berufspendler, Schüler, Senioren und Behinderte leiden wirklich und sind sehr aufgebracht“, sagt Mentner.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft entgegnet, dass das neue Bus-Netz der tatsächlichen Nachfrage und dem stadtweit üblichen Standard für Gebiete dieser Bebauungsdichte entspräche. Die Erschließung erfolge nun über die Tram, der Bus habe lediglich Zubringerfunktionen.

Die neue Führung ermögliche zudem zwischen Berg am Laim Bahnhof und Ostbahnhof eine massive Angebotsverbesserung. „Dort gilt jetzt ganztags ein 10-Minuten-Takt. Der wurde für Baumkirchen schon lange gefordert“, sagt ein Sprecher der MVG.

Das hilft aber den Zamdorfern freilich nichts. „Als wir vor beinahe 28 Jahren in den Zamilapark gezogen sind, war auf den Stadtplänen die geplante S-Bahn-Haltestelle der S8 im Zamilapark eingezeichnet, die nie realisiert wurde“, sagt eine Anwohnerin. Im Ergebnis würden wohl viele nun auf das Auto umsteigen müssen, sagt Mentner. „Hier hat die MVG wirklich Mist gebaut.

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